Auswärts durch die 1. Bundesliga Teil 3

Montag, 23. Mai 2016

Die Relegation ist vorbei und somit steht die Zusammenstellung der 1. Bundesliga in der Saison 2016/17 fest.

Zeit demnach, eine kleine Übersicht über die Auswärtsfahrten zu geben. Die Angaben der Entfernung beziehen sich auf eine Fahrt von der Red Bull Arena aus (schnellste Route). Die kürzeste Strecke ist jene ins Olympiastadion Berlin zu Hertha BSC mit 182km. Die längste zum SC Freiburg ins Schwarzwald-Stadion mit 649km.

Die Gesamtstrecke für alle Fahrten beträgt 6973km (einfache Fahrt). Durchschnittlich beträgt damit die einfache Strecke 410 km.

Um die Ladezeiten überschaubar zu halten, ist die Liste in drei Blogeinträge geteilt.
Dieser Eintrag enthält die Ziele 13-17.

13. SV Werder Bremen, Weserstadion 361 km

14. SV Darmstadt 98, Merck-Stadion am Böllenfalltor 414 km

15. TSG 1899 Hoffenheim, WIRSOL Rhein-Neckar-Arena 452 km


16. Eintracht Frankfurt, Commerzbank-Arena 388 km


17. SC Freiburg, Schwarzwald-Stadion 649 km

Auswärts durch die 1. Bundesliga Teil 2

Die Relegation ist vorbei und somit steht die Zusammenstellung der 1. Bundesliga in der Saison 2016/17 fest.

Zeit demnach, eine kleine Übersicht über die Auswärtsfahrten zu geben. Die Angaben der Entfernung beziehen sich auf eine Fahrt von der Red Bull Arena aus (schnellste Route). Die kürzeste Strecke ist jene ins Olympiastadion Berlin zu Hertha BSC mit 182km. Die längste zum SC Freiburg ins Schwarzwald-Stadion mit 649km.

Die Gesamtstrecke für alle Fahrten beträgt 6973km (einfache Fahrt). Durchschnittlich beträgt damit die einfache Strecke 410 km.

Um die Ladezeiten überschaubar zu halten, ist die Liste in drei Blogeinträge geteilt.
Dieser Eintrag enthält die Ziele 7-12.

7. Hertha BSC, Olympiastadion Berlin 182 km


8. VfL Wolfsburg, Volkswagen Arena 203 km


9. 1. FC Köln, RheinEnergieStadion 492 km


10. Hamburger SV, Volksparkstadion 400 km



11. FC Ingolstadt, Audi Sportpark 348 km


12. FC Augsburg, WWK Arena 412 km

Auswärts durch die 1. Bundesliga Teil 1

Die Relegation ist vorbei und somit steht die Zusammenstellung der 1. Bundesliga in der Saison 2016/17 fest.

Zeit demnach, eine kleine Übersicht über die Auswärtsfahrten zu geben. Die Angaben der Entfernung beziehen sich auf eine Fahrt von der Red Bull Arena aus (schnellste Route). Die kürzeste Strecke ist jene ins Olympiastadion Berlin zu Hertha BSC mit 182km. Die längste zum SC Freiburg ins Schwarzwald-Stadion mit 649km.

Die Gesamtstrecke für alle Fahrten beträgt 6973km (einfache Fahrt). Durchschnittlich beträgt damit die einfache Strecke 410 km.

Um die Ladezeiten überschaubar zu halten, ist die Liste in drei Blogeinträge geteilt.
Dieser Eintrag enthält die Ziele 1-6.

1. Bayern München, Allianz Arena 413 km


2. Borussia Dortmund, Signal Iduna Park 409 km


3. Bayer 04 Leverkusen, BayArena 476 km


4. Borussia Mönchengladbach, Stadion am Borussia-Park 507 km



5. FC Schalke 04, Veltins-Arena 447 km


6. 1. FSV Mainz 05, Coface Arena 420 km

Kommentar: Der Aufstieg und die Preise

Samstag, 21. Mai 2016


©Red Bull GmbH and GEPA pictures GmbH

Die Sommerpause hatte kaum begonnen, da gab es schon das erste Aufregerthema, die Dauerkarten und Eintrittspreise. Viele Pro und Contras geisterten durch das Netz und viele Ideale wurden beschworen. 

Ja, die ersten zwei Tage habe ich mich auch geärgert. Und das liegt nicht einmal zwingend an den Preisen. Seien wir ehrlich, auch wenn bei den Fußballfans gern der Mythos von der Selbstaufopferung herumgeistert und mit Inbrunst der Stadionbesuch als etwas stilisiert wird, was für den wahren Fan eine Pflicht ist, es bleibt ein Mythos. Der Großteil der Zuschauer in jedem Bundesligastadion sind keine, die jedes Spiel im Stadion sind. Fußball ist natürlich eine Art Luxusgut, das sich jeder so viel leistet, wie er es will und kann.


RB Leipzig geht nun mit den Preisen in der ersten Saison quasi "all in", aber der Verein ist auch nicht so selbstmörderisch, wie einige Verfechter der Preise dies gerade hinstellen. Wie man hört, überlegt man sich ja schon für einige Härtefälle etwas und sollte sich in der Saison herausstellen, dass einige Blöcke Ladenhüter sind, wird man keinerlei Probleme damit haben, diese günstiger anzubieten.


Kurioserweise fehlt uns im Grunde der angepeilte Ausbau der Red Bull Arena. Denn dieser fokussiert sich ja genau auf die günstigen Sektoren, die vergleichsweise klein dimensioniert scheinen. Bei der Länge der derzeitigen Wartelisten dürfte dies auch, sofern die Neubau Idee wirklich nicht weiterverfolgt wird, höchstwahrscheinlich kommen.


Viel wird diskutiert über die Preise unter den Fans. Am Ende wird es aber nicht die Höhe des Preises sein, die entscheidet. Umso höher ein Eintrittspreis, umso höher einfach auch die Erwartungshaltung bei einem Besuch. Nicht nur sportlich, auch vom "Drumherum" im Stadion.


Oder vereinfacht gesagt, schafft man es ein Gesamtpaket anzubieten, bei dem die Fans aus dem Stadion mit "Das war mal wieder ein absolutes Highlight" gehen, werden Preise kein Hindernis sein. Erreicht man dagegen nur ein "Wäre ich mal lieber zu Hause geblieben", geht an günstigeren Preisen kein Weg vorbei.


Warten wir einfach entspannt ab, was man sich vereinsseitig einfallen lässt, um Ersteres zu erreichen.

MSV Duisburg - RB Leipzig

Montag, 16. Mai 2016



©Red Bull GmbH and GEPA pictures GmbH


Aufstellung


Gulacsi 
Klostermann, Nukan, Orban, Jung
Demme, Khedira,  
Bruno, Kaiser
Poulsen, Selke

Ralf Rangnick probierte zum Abschluss wie angekündigt noch einmal das 4-2-2-2 System. Auch wenn es ein paar Umstellungen gab, die Aufstellung war keinesfalls eine B oder gar C Mannschaft.

Spielverlauf

Tore
(75. Minute) 1:0 Chanturia

Wechsel RB Leipzig
(46. Minute) Compper für Nukan
(62. Minute) Teigl für Kaiser
(78. Minute) Forsberg für Bruno

Wechsel MSV Duisburg
(78. Minute) Klotz für Chanturia
(82. Minute) Bröker für Onuegbu
(84. Minute) Albutat für Hajri

Statistik

MSV DuisburgRB Leipzig
Tore10
Torschüsse137
Ballbesitz40%60%
Angek. Pässe58%75%
Gew. Zweikämpfe45%55%
Laufleistung (km)106,9107,9
Sprints185160
Fouls1916

Fazit

Auch das letzte Spiel ging verloren. Es ist leicht, solche Niederlagen zu rechtfertigen. Es ging um nichts mehr. Die Spieler hatten ausgiebig gefeiert. Der Gegner kämpfte um den Klassenerhalt. Die Saison war lang und die Spieler noch jung. Man könnte diese Liste wohl noch ziemlich lang erweitern.

Und doch passt das Ergebnis auch durchaus die Saison. RB Leipzig, schon den gesamten Saisonendspurt am stolpern, stolpert auch im letzten Spiel. Nur 1 Sieg sprang in den letzten 5 Spielen heraus. Dass man es trotzdem schaffte, lag sicher daran, das Nürnberg glücklicherweise ebenfalls schwächelte, als man die Chance hatte. Und so ist es sicherlich gut, dass sich der Aufstiegskampf nicht auf dieses Spiel konzentrierte, denn auch wenn man wie oben angedeutet schnell Erklärungen finden mag, ob wir in Bestform, mit bestmöglicher Aufstellung nicht trotzdem verloren hätten? Ich würde es zumindest nicht ausschließen.

Auch das wir trotz hohem Ballbesitz Anteil kein Tor schießen konnten, passt in die Saison. 54 Tore konnte man erzielen, das sind sogar noch zwei weniger, als die Nichtaufsteiger Bochum und Berlin versenkten. Im Vergleich zur Konkurrenz 14 weniger als Nürnberg und gar 21 Tore weniger als Freiburg.

Man muss schon eine Weile zurückblättern, um ein ähnliches Szenario zu finden. In der Saison 2006/07 schaffte es Hansa Rostock sich primär von der Defensive tragen zu lassen und mit 17 Toren weniger als der Drittplatzierte direkt aufzusteigen.

Allerdings stieg Rostock auch postwendend wieder ab. Ein Szenario, was sicherlich nicht mit RB Leipzig vergleichbar ist, da man hier natürlich besser agieren kann in der Sommerpause. Aber trotz allem hat man schon den Eindruck, das die Mannschaft stark verstärkt werden muss, um in der 1. Bundesliga nicht arge Probleme zu haben. Nicht zwingend quantitativ, aber doch qualitativ. Wenn man die Transfergerüchte bisher sieht und einmal annimmt, das zumindest ein Teil nicht aus der Luft gegriffen ist, werden dies die Verantwortlichen wohl ähnlich sehen.

Vorschau MSV Duisburg - RB Leipzig

Samstag, 14. Mai 2016



©Red Bull GmbH and GEPA pictures GmbH

Der Aufstieg ist geschafft und man ist bei RB Leipzig sicher schon in freudiger Erwartung der Sommerpause. Und doch steht noch ein letztes Spiel an. Noch vor zwei Wochen, nach dem Unentschieden gegen Sandhausen, dachte sicherlich die Mehrheit, dass sich die Aufstiegsentscheidung bis zu diesem Spiel hinziehen würde. Doch dann patzte Nürnberg, wie wir wissen noch gravierender und man konnte in Leipzig den Satzball verwandeln.

Doch auch wenn es sportlich um nichts mehr geht, sollte und wird man das Spiel sicherlich nicht abschenken. Zum einen kämpft der Gegner im Abstiegskampf und egal wie dieses Spiel ausgeht, es wird wohl auch dafür verantwortlich sein, wer sich noch in der Liga halten kann.

Zum anderen sicherten sich über 2000 Fans ein Auswärtsticket für das Spiel und es wäre sicherlich gut, diesen auch einen Kampf um den Sieg zu bieten. In Duisburg versucht man sich derweil an der Sensation. Den Großteil der Saison völlig abgeschlagen auf den letzten Tabellenplatz fristend, galt man als der wohl sicherste Absteiger aus der Liga. Und doch schaffte man es mit nur 2 Niederlagen in den letzten 10 Spielen, sich wieder heranzukämpfen. Und auch wenn es zumeist nur 1 Punkt war, den man mitnahm, holte man damit immer noch mehr als die direkte Konkurrenz aus Paderborn und Frankfurt.

MSV DuisburgRB Leipzig
Tabelle162
Tore3154
Gegentore5431
Ballbesitz48%55%
Gew. Zweikämpfe49%50%
Fouls521550

Die Mannschaft von RasenBallsport erwartet somit ein Gegner, der sich mit aller Kraft an den letzten Strohhalm der Relegation klammert und für den eine Niederlage wohl fatal wäre.

Natürlich wird man bei RasenBallsport nicht ganz mit der gewohnten Aufstellung auftreten. Bestätigt ist, das Ralf Rangnick der Formation mit zwei Sturmspitzen eine weitere Chance gibt. Poulsen und Selke können demnach wieder kombinieren und harmonieren, möglichst auch mit Toren am Ende der Spielzüge.

Weiterhin bekommt lt. Presse Teigl wohl vor seinem Abgang noch die Möglichkeit einer Abschiedsvorstellung.

Es wird ein Spiel, das man einfach genießen kann. Der Abschied von einer Spielklasse.
Bleibt nur zu sagen: 2. Liga war schön, ....

Datum/ZeitSonntag, 15.05.2016, 15:30 Uhr
GegnerMSV Duisburg
Marktwert des Gegners*10,98 Mio
Liga2. Bundesliga
SpielortSchauinsland-Reisen-Arena
(31.502 Plätze)
Trainer des GegnersIlia Gruev (seit 11/2015)
TV & StreamSky Bundesliga
AudioBullenfunk.fm
Sport1.fm
TickerLiveticker
Liveticker (Twitter)

Kommentar: Ein Aufstieg für die Fans

Montag, 9. Mai 2016

(2010)
©Red Bull GmbH and GEPA pictures GmbH

Der Aufstieg ist geschafft und damit ist natürlich auch ein einzigartiger Moment in der Geschichte des Vereins erreicht. Man kann stolz auf das erreichte sein und alle Beteiligten werden wohl ausgiebig gewürdigt werden, von den Medien, von der Stadt und der Region und natürlich auch von den Fans.
Doch gerade auf die Entwicklung der Fanbase kann man am meisten stolz sein. Wenn man die Fans großer Bundesligavereine über ihre Fankultur schwadronieren hört, kommt immer gern das Argument, das man mit seinem Verein ja schon alle Höhen und Tiefen erlebt hat.

Schaut man dann auf die sportliche Entwicklung eben jenes Vereins, meinen Sie damit nicht etwas Insolvenzen, bei denen der Verein in die Brüche ging oder weite Abstiege in den Amateurfußball. Nein, meist ist damit gemeint, dass man doch tatsächlich mal in der Abstiegszone war, in der höchsten Spielklasse versteht sich. Vielleicht ist man auch, so hart es klingt, ein Jahr abgestiegen und hat dann direkt die 2. Bundesliga aufgemischt.

Ich frage mich immer, wie sich diese Fans 2009 bei RB Leipzig gefühlt hätten. Mit einer kleinen Gruppe Verrückter in der 5. Liga. Bei Plichtspielen gegen U23 Mannschaften und Orte, wo nicht einmal das Navigationssystem des Autos hinfahren möchte. Ohne die Möglichkeit, in großen Stadien zu reisen, ja sogar ohne die Tatsache, selbst erst einmal eines zu haben. Oder auch noch die Jahre später in der Red Bull Arena. Ein Stadion, lange Zeit nur wenig gefüllt, wo jeder Anwesende fast schon seine eigene Sitzreihe hätte haben können. Wie hätten sie reagiert, als kleine Mannschaften oder immer noch einige U23 Teams dort als Sieger vom Platz gingen und sämtliche Aufstiegshoffnungen die ersten Jahre zunichte machten. Wahrscheinlich wünschten Sie sich die Luxusprobleme ihrer Bundesligisten zurück oder würden verzweifeln.

Nun, die RB Leipzig Fans sind nicht verzweifelt. Die Fanbase wuchs sogar in den Jahren, in denen Aufstiege scheiterten rapide. Was die Fans schon 2009 antrieb, war sicherlich die Hoffnung, die Hoffnung, irgendwann einmal bis in die 1. Bundesliga geklettert zu sein. So absurd weit weg es teilweise schien und auch wenn viele sicherlich wenig Verständnis in ihrem Bekanntenkreis bekamen.

RB Leipzig Fans waren jene, die aus irgendeinem Grund fast schon trotzig zu einem Verein standen, der viel wollte, aber noch wenig erreicht hatte. Es waren die, die unbeeindruckt des Hasses und der Missgunst, die ihnen gerade in den ersten Jahren massiv entgegenschlug, stolz ihre Vereinsfarben trugen.

Und nun ist der Moment da. Der Aufstieg in die erste Bundesliga ist geschafft. Und nicht nur das das Stadion gut gefüllt ist, sogar die Stadt erstrahlt in den Vereinsfarben. Lokale Unternehmen gratulieren, Promis rennen mit Fanschals herum, irgendwie scheint jeder nun mitmachen zu wollen.

Aber egal wer und wie lange er schon dabei ist, jeder RB Fan kann heute stolz auf sich sein und nun entspannt die Saison ausklingen lassen und dann ebenso entspannt die erste Saison in der höchsten Spielklasse genießen. Oder sich direkt neue Ziele setzen.

(2016)
©Red Bull GmbH and GEPA pictures GmbH

RB Leipzig - Arminia Bielefeld

Montag, 2. Mai 2016



©Red Bull GmbH and GEPA pictures GmbH


Aufstellung


Gulacsi 
Klostermann, Nukan, Compper, Halstenberg
Demme, Khedira,  
 Sabitzer, Kaiser, Forsberg
Poulsen

Wie erwartet reagierte Ralf Rangnick auf die beiden Sperren von Orban und Ilsanker mit positionsgetreuen Wechseln. Khedira machte seine Sache recht ordentlich und ist sicherlich weiterhin eine Option. Bei Nukan wird natürlich sein Missverständnis mit Gulacsi in Erinnerung bleiben. Abseits davon war es sicherlich eine akzeptable Defensivleistung, auch wenn er natürlich momentan kaum Chancen hat, sich gegen Orban im Kader durchzusetzen.

Spielverlauf

Tore
(30. Minute) 1:0 Sabitzer
(60. Minute) 1:1 Behrendt

Wechsel RB Leipzig
(76. Minute) Selke für Khedira
(80. Minute) Bruno für Forsberg
(86. Minute) Quaschner für Poulsen

Wechsel Arminia Bielefeld
(46. Minute) Klos für Voglsammer
(72. Minute) Ryu für Ulm
(87. Minute) Junglas für Hemlein

Statistik

RB LeipzigArminia Bielefeld
Tore11
Torschüsse229
Ballbesitz58%42%
Angek. Pässe73%63%
Gew. Zweikämpfe51%49%
Laufleistung (km)117,1113,5
Sprints193168
Fouls1416

Fazit

Wie knapp im Fußball doch Erfolg und Misserfolg zusammenliegen. Da verspielt man gegen Bielefeld mit einem ziemlich schlechten Spiel scheinbar den nahenden Aufstieg und gewinnt dann durch einen Patzer der Konkurrenz sogar noch einen Punkt.

Die Ausgangslage ist nun natürlich fast schon genial. Ein Sieg reicht zum direkten Aufstieg ebenso wie zwei Unentschieden oder ein weiterer Patzer Nürnbergs. Und wenn wir es denn schaffen, wird wohl einige Wochen keine Zeit für Kritik sein, sondern nur für endlose Euphorie. Und natürlich wäre dies verdient, nach 7 Jahren des Wartens auf diesen Moment. Und da wir uns schon mit Aufstiegen auskennen, weiß man mittlerweile das auch beim Rückblick auf die Saison wohl die Devise oft lauten wird. "Wer aufsteigt, hat immer recht".

Gerade deshalb sollte man vielleicht vorher noch einmal schauen, was bei diesem aktuellen Schneckenrennen im Aufstiegskampf so alles falsch läuft. Die Mehrheit der Diskussionen drehte sich nach dem Spiel sicherlich um das Gegentor. Und wie oft haben wir in den letzten Spielen schon gehört "Da muss man auch mal zu 0 spielen". Ich halte davon wenig. Fußball ist nun einmal ein Fehlerspiel. Wenn alles perfekt laufen würde, wäre es wohl auch irgendwie langweilig. Auch das Missverständnis ist so ein Fehler. Ärgerlich, aber so etwas passiert.

Wir haben die wenigsten Tore von den 3 Top Teams der Liga kassiert, aber auch bei Weitem am wenigsten selbst geschossen. Freiburg hat mittlerweile gnadenlose 20 Tore mehr auf dem Konto. Unsere Offensive erhielt in dieser Saison viel Aufmerksamkeit. Die Medien mögen natürlich die Polarisation unseres Vereins und dazu noch ein junger Spieler, der auch mal Tore schießt ist wohl die Idealkombination für Interviews und Artikel.

Unser Top Torjäger ist momentan Davie Selke, wie bekannt mit gigantischen Medienhype zu uns gekommen. Nur das er sein Dasein momentan hauptsächlich auf der Bank fristet. Und ob er sich beim Wechsel mit 10 Toren und 3 Vorlagen nicht einmal in den Top 10 der Torjägerliste der zweiten Liga gesehen hat? Ich wage es zu bezweifeln.

Rangnicks erste Wahl in der Spitze Yussuf Poulsen, 7 Tore, Platz 21 Torjägerliste. Im Gegensatz zu letzter Saison wird Poulsen sicherlich mehr für seine Spielweise gelobt und doch hat er momentan sogar noch vier Tore weniger geschossen, als in der Nichtaufstiegssaison letztes Jahr.

Der nächste auf der Liste ist Emil Forsberg, umworben von ganz England, wenn man den Medien glauben schenken will. Der Mann mit dem 12 Tore Versprechen. Nun, dafür bräuchte er jetzt wohl zwei ordentliche Kantersiege, denn mit ebenfalls 7 Toren ist er weit davon entfernt. Dabei fing die Saison gut an für ihn, doch mit nur 2 Toren in den letzten 19 Spielen knackt man solch eine Vorgabe natürlich nicht.

Der letzte auf der magischen Vier ist Marcel Sabitzer, österreichischer Meister und Pokalsieger. Er schaffte es immerhin auf 8 Tore. Aber auch für ihn ist es eine fatale Rückrunde. 1 Tor in den letzten 13 Spielen sind sicherlich nicht der Anspruch, den er an sich selbst hat.

Alle vier haben gemein, das Sie im Normalfall gute Bewertungen für ihr Spiel bekommen. Alle sind technisch stark und sicherlich sehen viele Angriffe sehr gut aus. Doch alle müssen sich auch irgendwann fragen lassen, wie denn die Torschüsse aussehen. Wenn man einen tollen Spielzug gen Tor macht und der Ball dann nicht einmal auf das Tor geht, sondern vorbei, ist es eben schwierig Spiele höher zu gewinnen. Freiburg dagegen hat nicht nur mit Nils Petersen den Top Torschützen der Liga, sondern auch gleich noch den Platz 4 dieser Wertung inne, mit Vincenco Grifo. Dieser ist im übrigen auch erst 23.

Wie schon gesagt, der Aufstieg ist nah, und wenn es denn klappt, kann es vielleicht egal sein, wie es geklappt hat. Doch für den Anspruch, den unsere Top Talente haben, irgendwann auch eine Liga höher Stammspieler zu sein oder sogar zum hochgehandelten Fußballstar zu reifen, muss jeder wohl noch einen sehr großen Schritt vorwärts machen.

Man möge mich Lügen strafen, aber ich bezweifle stark, das man gegen Bayern oder Dortmund 22 Torschüsse wie gegen Bielefeld bekommt, um 1 Tor zu schießen.