Neues Jahr, neues Glück

Montag, 2. Januar 2017


©Red Bull GmbH and GEPA pictures GmbH

2016 war ein gutes Jahr für RB Leipzig Fans. Der Aufstieg in die 1. Bundesliga sicherlich das Highlight, aber gerade die Halbserie, war, auch wenn das Frankfurt Spiel noch aussteht, im Mindesten interessant. Zeit demnach, ein paar Themen zu kommentieren.

Die 1. Bundesliga

Ich schrieb in meiner Saisonvorschau, dass dieses Jahr auch ein Test für die Stärke der Liga wird. Folgt man dieser Betrachtungsweise, hat in der Hinrunde nur Bayern München den Test mit Bestnote bestanden. Man muss sich bei der Erfolgsgeschichte in dieser Saison immer wieder von den fast schon hyperventilierenden Medienhype lösen, der zumindest bis zum Bayern Spiel herrschte. In diesen könnte man denken RB Leipzig würde schon endlose Jahre Bundesliga spielen, der Kader wäre vollgepackt mit Stars und es wäre der Gipfel des Machbaren. Doch genau das Gegenteil ist der Fall. 

Unter den Transfers vor Beginn der Saison befinden sich gerade mit Keita und Werner sicherlich Spieler, die für Furore sorgten, doch die Kaderzusammenstellung hat eher etwas von einem langsamen Herantasten an die neuen Aufgaben. Der Verein beginnt in allen Bereichen erst seinen Weg und ist sicher weit entfernt von dem, was man sportlich auf die Beine stellen könnte.

Umso erstaunlicher, dass wir so durch die Liga fegten. Zumindest dann erstaunlich, wenn man nicht wie ich ein Verfechter der These ist, das die Liga sich gern stärker gibt, als Sie eigentlich ist. In der Breite ist das Leistungsspektrum riesig und die Dominanz der Bayern in den letzten Jahren ist eben auch darin geschuldet, dass die nicht wenige Vereine der Liga eher durch Chaos oder zumindest Stagnation glänzten als durch irgendeine Weiterentwicklung.

Das Bayern Spiel 

Jeden Hype holt irgendwann die Realität ein und zumindest hinsichtlich der öffentlichen Wahrnehmung passierte dieser Crash beim Spiel in der Allianz Arena. Dieses Herbeischreien des Leipziger Meistertitels endete und in den Schlagzeilen dominierte sofort wieder die Stärke von Bayern München.

Abseits davon war das Spiel weniger dramatisch. Man versuchte danach ja krampfhaft, den Münchenern irgendeine besondere Anti RB Leipzig Taktik einzureden, doch diese existierte nicht. Ancelotti machte schlicht etwas, was wir selbst in früheren Ligen bei Top Spielen auch gern einmal taten. Einfach das Gottvertrauen auf die individuelle Qualität in Schlüsselpositionen. Es waren keine ausgefeilten Spielzüge, kein kompliziertes rotieren des Balles. Man gewann die wichtigen Zweikämpfe und brauchte damit all dies nicht.

Ist die Meisterschaft damit entschieden? Sicherlich nicht. Die Meisterschaft wird sich eher darin entscheiden, wessen Performance in den restlichen Spielen besser ist. Aber auch wenn ein Erfolg nie zu früh kommen kann, es gibt in dieser Saison sicherlich wichtigere Ziele. Doch dazu später.

Zum Spiel ist wenig zu sagen. Nachdem die Duelle an den Schlüsselstellen verloren gingen und sehr einfache Spielzüge damit sehr gefährlich wurden, sank das Vertrauen der jungen Spieler in den Keller. So weit, das man sich selbst in aussichtsreichen Situationen kaum mehr traute den Ball nach vorn zu spielen. Vielleicht ist das die entscheidende Frage nach diesem Spiel. Ob man für Spiele, in denen einmal nichts so funktioniert wie es müsste, nicht eine Achse aus Spielern braucht, die den Rest auffängt und nach vorn peitscht. Wobei wir dann wieder beim Thema "Erfahrung" wären. Denn ohne diese wird es schwer, sich in solchen Situationen nicht anstecken zu lassen.

Das Stadion

Eine der wichtigsten Entscheidungen in der Vereinsgeschichte fiel dann noch kurz für Jahreswechsel. Die Gerüchteküche brodelte schon ein paar Wochen, das man versuchte eine Lösung für den Verbleib im Stadion zu finden und so kam es dann auch.

Sofern die Bauanfragen klappen, die Stadt dem Verkauf zustimmt und sämtliche Formalitäten durchgehen, ist der Traum sehr vieler RB Fans damit erfüllt.

Viel wurde über dieses Thema diskutiert und leider liefen die Diskussionen zuletzt in eine Richtung, das ein Verbleib von einer rein emotionalen Welle getragen wäre, doch dies ist falsch. Ja, an dem Stadion hängen Erinnerungen und ja, natürlich ist das alte Zentralstadion, in das die Red Bull Arena gebettet ist, auch ein geschichtsträchtiger Ort, an dem wiederum sicher einige Fans noch weitere Erinnerungen knüpfen können.

Für mich persönlich wäre ein Stadion im Norden der Stadt sicherlich logistisch ein Horror gewesen. Ich bin auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen und wer einmal versucht hat damit von Süden aus gen Messe oder noch schlimmer nach Schkeuditz zu fahren, wo auch Flächen gehandelt wurden, weiß das dies eine ziemliche Weltreise ist. Aber auch das wäre für mich nicht das Entscheidende gewesen, zählt dann halt als persönliches Pech.

Viel entscheidender ist die Tatsache, das wir momentan unmöglich auch nur ein halbwegs passendes Stadion bauen könnten. Es sagt sich immer leicht "da haben wir mehr Logen", aber die Anforderungen an ein Stadion sind weitaus höher. Man muss einfach bedenken, das ein jetziger Neubau sicherlich eine reine Minimallösung gewesen wäre. Erst einmal deswegen, weil es momentan nur über Red Bull zu finanzieren wäre, aber auch deswegen, weil überhaupt keine Erfahrungswerte existieren, die mehr zulassen. Wir spielen zum ersten Mal im Oberhaus des deutschen Fußballs, haben noch keinen Fuß in den internationalen Wettbewerb gesetzt. Egal wie gut ein Manager ist, alles Geplante wäre irgendwas zwischen Wunschtraum und Worst-Case-Vorstellung. Wir wissen nicht, wie sich die Fanbase entwickelt, wir wissen auch nicht, wie schnell sich sportlich wirklich an die Idealziele knüpfen lässt und wir wissen erst recht nicht, welche Anforderungen sich an das Stadionumfeld ergeben.

Erschwerend hinzu kommt sicher auch die Infrastruktur. Es lässt sich leicht sagen, das da dann eben die Stadt etwas hochzieht. Doch man bedenke einmal, wie wenig sich selbst um das Innenstadtstadion getan hat und das, obwohl dieser Standort für die Stadt quasi ideal ist und jede Änderung der Infrastruktur ja nicht nur dem Stadion zugute kommt. Wer glaubt da wirklich dran, das da große Bauprojekte außerhalb des Stadtkerns angestoßen werden, obwohl dies für die Stadt im Grunde herausgeschmissenes Geld wäre, das je nach Standort wenig bis gar keinen Nutzen für den Rest hat? Und bevor mir jemand mit der neuen Messe kommt, das Chaos bei stärker besuchten Messen dürfte allseits bekannt sein und da wollen keine rund 60000 Besucher auf einen Schlag nach Hause. Sehr eingeschränkter öffentlicher Nahverkehr und ein Mini Bahnhof, den ich mir nicht wirklich vorstellen möchte, wenn da auf einen Schlag eine große Menge auftaucht. Und die Autobahn? Man hätte wahrscheinlich schon nach wenigen Minuten einen Rückstau, der den Verkehr dort völlig zum Erliegen bringt.

Zum Glück müssen wir uns mit all dem nicht herumschlagen und können gespannt auf die ersten Ausbaupläne warten. Interessant wird nebenbei sicherlich auch, ob es zu den für die Kapazitätserhöhung und den Logenausbau nötigen Veränderungen auch optisch "Updates" gibt.

Die Restsaison und die Zukunft

Die Winterpause ist eingeläutet und diese ist ziemlich kurz. Trotzdem werden viele Fans inkl. mir wohl hoffen, das man von der Devise niemanden zu verpflichten doch noch abweicht. Sicherlich ist es finanziell eine gute Sache, auch für den Fall, dass man sich nächstes Jahr mit dem Financial Fair Play nächstes Jahr rumärgern müsste. Und sicherlich hat man im Sommer mehr Möglichkeiten für Transfers als jetzt.

Trotzdem ist das Risiko für die restliche Saison nicht gering. Man sieht an den Problemen in der Innenverteidigung, wie schnell man in Not kommen kann und dieser Mannschaftsteil ist sogar noch einer, der in der Breite durchaus einige Möglichkeiten hat. Ich möchte mir nicht ausmalen, wie es aussähe, wenn weiter vorn einer oder gar mehrere Schlüsselspieler ausfallen. Zumindest für die Breite wären Verstärkungen sicherlich nicht verkehrt und wenn es wie gewohnt Top Talente sind, wären die Ausgaben dafür wohl auch gut angelegt.

Um noch einmal auf die Ziele zurückzukommen. So lang wir noch nicht allzu viele Punkte hinter der Spitze liegen, wird das Schielen auf Platz 1 natürlich immer die Diskussionen beherrschen. Doch weitaus wichtiger ist der Einzug in die internationalen Wettbewerbe und das möglichst hoch. Ohne die Bundesliga schlecht reden zu wollen, aber erst dort wartet die große Bühne. Finanziell ist der internationale Fußball natürlich ein großer Sprung, wichtig aber auch hinsichtlich der Möglichkeiten bei Transfers und ein Imagefaktor, der wieder neue Türen für den Verein öffnet. 

Es ist entscheidend, das man weiterhin in Schritten denkt. Viele Fußballvereine hatten einmal ein gutes Jahr national und sind dann abgeschmiert. Einige davon haben sich nie wieder erholt. Wir stoßen nun in Regionen vor, wo es anders als die Gegner des Vereins vielleicht suggerieren wollen, nicht mehr so entscheidend ist, dass wir einen großen Hauptsponsor haben. Geld haben gerade international viele, die große Frage ist, was man daraus macht. Mal abgesehen davon, dass teils mit fast unvorstellbaren Summen um sich geworfen wird, die Red Bull sicher nicht allein geben würde (FFP Probleme außen vor). Die nächsten Aufgaben können nur sein, den internationalen Fußball zu erreichen und sich dort festzubeißen. Vielleicht auch schon dort ein paar Achtungserfolge zu erringen. Erst aus diesen Vorgehen bietet sich dann wiederum die Möglichkeit strukturell und finanziell aufzurüsten.

Blicken wir auf Anfang 2016 in Bezug auf RB Leipzig zurück, so kommt es einem fast vor wie eine andere Welt. Vielleicht ist es ja 2017 wieder ähnlich. Denn seien wir ehrlich, wir stehen trotz 1. Bundesliga erst am Anfang unserer Geschichte.



Transfergerüchte Übersicht Winter 2016

Donnerstag, 8. Dezember 2016


Torwart
Defensive
Davide Itter
Eingetragen am:08.12.2016
Alter17
NationalitätDeutschland
PositionRechter Verteidiger
VereinWolfsburg U19
Marktwert*
Gian-Luca Itter
Eingetragen am:08.12.2016
Alter17
NationalitätDeutschland
PositionLinker Verteidiger
VereinWolfsburg U19
Marktwert*
Dan-Axel Zagadou
Eingetragen am:08.12.2016
Alter17
NationalitätFrankreich
PositionAbwehr
VereinParis SG U19
Marktwert*
Dayot Upamecano
Eingetragen am:14.12.2016
Alter18
NationalitätFrankreich
PositionInnenverteidiger
VereinRB Salzburg
Marktwert3,00 Mio*
Ryan Sessegnon
Eingetragen am:29.12.2016
Alter16
NationalitätEngland
PositionLinker Verteidiger
VereinFC Fulham
Marktwert500 Tsd*
Duje Caleta-Car
Eingetragen am:29.12.2016
Alter20
NationalitätKroatien
PositionInnenverteidiger
VereinRB Salzburg
Marktwert3,00 Mio*
Kyriakos Papadopoulos
Eingetragen am:14.12.2016
Alter24
NationalitätGriechenland
PositionInnenverteidiger
VereinHamburger SV
Marktwert6,50 Mio*
Jaroslaw Jach
Eingetragen am:03.01.2017
Alter22
NationalitätPolen
PositionInnenverteidiger
VereinZaglebie Lubin
Marktwert200 Tsd*
Mittelfeld
Seko Fofana
Eingetragen am:14.12.2016
Alter21
NationalitätFrankreich
PositionZentrales Mittelfeld
VereinUdinese Calcio
Marktwert3,50 Mio*
Rani Khedira
Eingetragen am:29.12.2016
Alter22
NationalitätDeutschland
PositionDefensives Mittelfeld
VereinRB Leipzig
Marktwert900 Tsd*
Konrad Laimer
Eingetragen am:29.12.2016
Alter19
NationalitätÖsterreich
PositionZentrales Mittelfeld
VereinRB Salzburg
Marktwert3,00 Mio*
Ronaldo Vieira
Eingetragen am:29.12.2016
Alter18
NationalitätGuinea-Bissau
PositionZentrales Mittelfeld
VereinLeeds United
Marktwert350 Tsd*
Olivier Ntcham
Eingetragen am:03.01.2017
Alter20
NationalitätFrankreich
PositionZentrales Mittelfeld
VereinFC Genua
Marktwert1,50 Mio*
Mario Lemina
Eingetragen am:03.01.2017
Alter23
NationalitätGabun
PositionZentrales Mittelfeld
VereinJuventus Turin
Marktwert8,00 Mio*
Denis Zakaria
Eingetragen am:03.01.2017
Alter20
NationalitätSchweiz
PositionZentrales Mittelfeld
VereinBSC Young Boys
Marktwert4,00 Mio*
Matty Cash
Eingetragen am:05.01.2017
Alter19
NationalitätEngland
PositionOffensives Mittelfeld
VereinNotting. Forest
Marktwert150 Tsd*
Offensive
Moussa Dembélé
Eingetragen am:08.12.2016
Alter20
NationalitätFrankreich
PositionMittelstürmer
VereinCeltic Glasgow
Marktwert3,00 Mio*
Scott Hogan
Eingetragen am:03.01.2017
Alter24
NationalitätEngland
PositionMittelstürmer
VereinFC Brentford
Marktwert500 Tsd*
Terrence Boyd
Eingetragen am:14.12.2016
Alter25
NationalitätVereinigte Staaten
PositionMittelstürmer
VereinSV Darmstadt 98
Marktwert600 Tsd*
Davie Selke
Eingetragen am:29.12.2016
Alter21
NationalitätDeutschland
PositionMittelstürmer
Verein
Marktwert4,00 Mio*
Tobias Warschewski
Eingetragen am:03.01.2017
Alter18
NationalitätDeutschland
PositionMittelstürmer
VereinPreußen Münster
Marktwert50 Tsd*
Christian Pulisic
Eingetragen am:03.01.2017
Alter18
NationalitätVereinigte Staaten
PositionRechtsaußen
VereinBor. Dortmund
Marktwert5,00 Mio*
Omer Damari
Eingetragen am:03.01.2017
Alter27
NationalitätIsrael
PositionMittelstürmer
VereinMaccabi Haifa (L)
Marktwert1,00 Mio*
Emil Forsberg
Eingetragen am:03.01.2017
Alter25
NationalitätSchweden
PositionLinksaußen
VereinRB Leipzig
Marktwert5,00 Mio*
David Henen
Eingetragen am:03.01.2017
Alter20
NationalitätBelgien
PositionLinksaußen
VereinEverton U23
Marktwert250 Tsd*
Barrie McKay
Eingetragen am:20.01.2017
Alter22
NationalitätSchottland
PositionRechtsaußen
VereinGlasgow Rangers
Marktwert175 Tsd*
Oliver Burke
Eingetragen am:23.01.2017
Alter19
NationalitätSchottland
PositionRechtsaußen
VereinRB Leipzig
Marktwert10,00 Mio*
Henry Onyekuru
Eingetragen am:27.01.2017
Alter19
NationalitätNigeria
PositionLinksaußen
VereinKAS Eupen
Marktwert4,00 Mio*

(L) als Leihe
Zugang
Zugang Gerücht
Abgang Gerücht
Abgang
Abgang U23
* Marktwerte von Transfermarkt.de

Kommentar: Erklärungsversuche

Montag, 21. November 2016


©Red Bull GmbH and GEPA pictures GmbH

RB Leipzig an der Spitze der 1. Bundesliga.

Sicherlich etwas, was selbst von den Optimisten kaum vorherzusehen war und natürlich trotzdem erst einmal nur eine Momentaufnahme. Klar freut man sich im Fanlager über die bisher starke Saison und vielleicht stichelt man auch hin und wieder gen Konkurrenz, doch kaum jemand wird jetzt anfangen ernsthaft über Titel nachzudenken.


Noch sind solche Szenarien eher Träume, auf die man zwischendurch mal mit einem kräftigen Schuss Ironie verweist.


Doch trotz der noch langen Saison ist die Formkurve der Mannschaft beachtlich und scheint, wenn man die Medienlandschaft anschaut, irgendeinen wunden Punkt zu treffen. Denn statt sich einfach mit der starken Form zu beschäftigen und damit das die Saison noch lang ist, werden schon massiv Erklärungen gesucht.


Sicherlich sind die Klassiker rund um RB Leipzig ganz vorn dabei. Gerade in den sozialen Netzwerken ist man sich sicher, dass nur das Geld für den Erfolg verantwortlich ist. Schließlich ist man ja "kein normaler Aufsteiger". Ich frage mich immer, was denn überhaupt ein "normaler" Aufsteiger ist. Sind das die ganzen Mannschaften, die nach den Aufstieg keine Möglichkeit hatten wirtschaftlich zu den schon dort spielenden aufzuschließen, weil alle Geldverteilungssysteme der Bundesliga eben jene bevorteilen, die dort schon spielen? Die man lächelnd zur Kenntnis nahm, in dem Wissen, das diese egal was Sie tun, direkt wieder absteigen? Nun, im dem Sinne wären wir wirklich kein "normaler" Aufsteiger und das ist gut so.


Davon abgesehen scheint man sich momentan aber gern auch darauf einzuschießen, das Leipzig eigentlich doch nicht selbst so gut ist, sondern der Rest einfach nur schlecht. Nehmen wir die Bayern "Krise". Die Bild titelt heute "Ancelotti muss jetzt liefern", während Sport1 schon einen Schritt weiter ist und einen Artikel mit "Darum stürzte Bayern von der Spitze" setzt. Nur einmal zur Erinnerung. Beim Dortmund Spiel wäre es ohne RB Leipzig allein darum gegangen, ob Bayern München schon nach dem 11. Spieltag mit 6 Punkten die Tabelle anführt oder mit 3. Wahrscheinlich wären sich alle Medien ohne RB Leipzig in einer solchen Situation einig gewesen, das das schlimmste Duell der Hinrunde für München ja überstanden ist und im Internet wären wohl schon wieder Diskussionen darüber explodiert, das die Dominanz der Bayern wohl wieder kaum zu stoppen sein wird.


Noch weiter geht die Meinung bei Spox, wo gleich noch Dortmund ins Boot geholt wurde, genauer gesagt die "Schwäche des FC Bayern München und Borussia Dortmund im ersten Saisondrittel". Wen stört da schon das die 27 Punkte von RB Leipzig in 4 der letzten 5 Jahre mehr waren, als Dortmund nach 11 Spieltagen auf dem Konto hatte. Im Übrigen hätte man damit auch in einem dieser Jahre die Tabelle angeführt (2011/12) und wäre in einem anderen zumindest punktgleich mit Bayern München gewesen. (2014/15)


Ich bin ehrlich gespannt, wie sich die Medienartikel in dieser Woche entwickeln. Vielen scheint momentan eines gemein. Nämlich unbedingt die Frage zu vermeiden, ob die Bayern Dominanz der letzten Jahre wirklich nur an der Stärke der Bayern lag und ob nicht auch ein anderer Verein einmal den Rekordmeister in dieser Zeit hätte ärgern müssen, egal wie kurz oder lang dieser Zustand anhält. So kommt man eben zu dem Schluss das die letzten Jahre alles top war und dieses eben nur etwas schwächelt. Schließlich ist doch die Bundesliga die stärkste Liga überhaupt. Oder war es die letzten Jahre, da ist man sich in Deutschland scheinbar vom Nordseestrand bis in die Alpen völlig sicher.


Denn es kann wohl nicht sein, was nicht sein darf.

Im Kommentar benannte Artikel:
http://www.bild.de/sport/fussball/carlo-ancelotti/muss-jetzt-liefern-48849580.bild.html
http://www.sport1.de/fussball/bundesliga/2016/11/analyse-die-gruende-fuer-das-schwaecheln-des-fc-bayern
http://www.spox.com/de/sport/fussball/bundesliga/1611/Artikel/kommentar-titelkampf-bayern-dortmund-leipzig.html

Die Banner und der Weltfrieden

Samstag, 22. Oktober 2016


Manchmal möchte man als Sportblogger gern Mäuschen spielen, wenn es um Angelegenheiten des Vereins geht. Wie kommen bestimmte Dinge zustande, was ist schon lang hinter verschlossenen Türen klar und was entsteht eher aus einer hektischen Reaktion auf Unerwartetes.

So geht es mir in der aktuellen Debatte um das Bannerverbot. Als ich zum ersten Mal davon hörte, war mir klar, das die Emotionen in der Hinsicht die Emotionen hochkochen würden. Nach der ganzen Aufregung, den Diskussionen und der sicherlich nicht angedachten Außenwirkung, schien man förmlich getrieben davon, irgendeinen Kompromiss präsentieren zu können.

Per Twitter wurde verkündet.
"Lösung da, die Banner hängen! Gemeinsam mit unserem Fanbeauftragten fanden die Fanclubs heute neue Plätze für die Fanbanner aus Block A/D."

Klingt gut, klärt die Thematik aber nicht wirklich abschließend. Doch dazu später mehr. Kritik am Verein ist in Leipzig immer etwas kompliziert, denn da treffen in Diskussionen Welten aufeinander. 

Da wären zum einen diejenigen, die eine möglichst selbstbestimmte Fanszene wollen. Dabei wird diese Meinung gern etwas vorschnell in eine Ultra Richtung geschoben, obwohl diese Ansicht wohl auch von vielen organisierten Fans vertreten wird, die nun wirklich nicht mal einen Funken mit der Ultra Subkultur in Verbindung stehen. Dabei gilt auch zu bedenken, dass wir nun einmal kein Mitglieder bestimmter Verein in der Breite sind, Stimmrechte demnach als Medium wegfallen. Nein, seit jeher basiert die Mitbestimmung in Leipzig darauf, das die Fans ihren Unmut zu Themen möglichst lautstark kund tun und über eine Öffentlichkeit ihre Verhandlungsposition einnehmen.

Diese ganze Einstellung trifft nun auf andere, die schon sehr viel brauchen, um gegen eine Vereinsentscheidung zu sein. Natürlich gibt es auch dabei Grauzonen, aber im Extremfall geht das bis hin zu Fans, bei denen ich nicht sicher wäre, ob die jemals irgendeine Form von Kritik äußern würden, selbst wenn eine für Sie fatale Entscheidung getroffen würde. Schnell kommen dabei dann auch die gewohnten Argumente wie "Ohne RB würde...", "Der Verein muss ja...." oder auch kreativ "Wir wollen ja nicht wie andere....". Ich gebe zu, ich mag solche Argumentationen nicht, da es meist Totschlagargumente sind, deren Hinterfragung auf fast schon religiöse Ansichten stößt.

Diese beiden grundsätzlichen Ansichten prallten nun in der Bannerdebatte aufeinander. Und sei dies noch nicht kompliziert genug, trug man als Nebenkriegsschauplatz auch noch den Ärger über Pro und Kontra Fanverband aus. Die einen sind drin, die anderen nicht und je nachdem zu welcher Gruppierung man gehört, kann man die anderen nicht leiden. Klingt vielleicht übertrieben, spiegelt aber doch nicht wenige Reaktionen wieder.

Dabei wurde der Fanverband in jüngster Vergangenheit ziemlich häufig kritisiert, auch von teilnehmenden Fanclubs. Nicht zuletzt deswegen, weil nicht sonderlich viele größere Entscheidungen seit Bestehen überhaupt getroffen werden konnten. Und wie sollen Sie auch? Man versucht einen Konsens zwischen organisierten Fans zu finden, die teilweise so unterschiedlich sind, dass ihre einzige Gemeinsamkeit wirklich RB Leipzig ist. Demokratie in Gremien ist eine tolle Sache, funktioniert aber seit jeher meist dann gut, wenn die Teilnehmer begrenzt sind, oder sich alle sehr ähnlich. Um mal einen, zugegeben etwas krummen, Vergleich zu nennen. Momentan ist es so, als würde man bei einer Wahl in Deutschland anstreben, das möglichst 2/3 die gleiche Partei wählen, wenn nicht gar alle. 



Doch um zum Thema zurückzukommen, man muss sich beim Bannerthema überhaupt nicht damit befassen, wer nun am lautesten schreit oder welche Aktion geplant hatte. Eine Nachricht wird nicht besser oder schlechter, weil Sie ein bestimmter Absender schickt. Die Banner für Werbeflächen einzutauschen ist für die Zukunft eben ein gewagtes Thema, Kompromiss hin oder her. Bisher hat man nicht den Eindruck, beim Verein würden wirklich so viele große Interessenten gewonnen werden. Nach den ganzen Ankündigungen über die Begrenzung des Red Bull Finanzierungsanteils träumten viele sicherlich schon von anderen Big-Playern. Doch selbst die bisher angekündigten schienen eher unterstützenden Charakter, als das wirklich die Etat-Zusammensetzung gravierend verändert wäre. Natürlich müssen auch solche Partner gewonnen werden und sicherlich ist auch dies durchaus eine Management Leistung. Aber bei den für einen Bundesliga Etat nötigen Geldsummen erscheint dies eben kein Vergleich zu den geschürten Erwartungen. Wer wirbt denn dann nun auf den Werbeflächen zukünftig eigentlich? Hoffentlich überhaupt jemand, denn bei den ganzen Diskussionen und der ganzen Unmut wäre es schon ein ziemlicher Super-GAU in der Außenwirkung, wenn da am Ende der Saison mehrheitlich leere Flächen über die TV Bildschirme flimmern.

Und wenn Sie doch vermietet werden, was bringt dann der Kompromiss? Es bestehen ja nun keine Zweifel, das dann die nächsten Werbeflächen definiert wurden. Wohl zuerst im Oberrang, falls auch da voll, dann wohl in den Bereichen wo sich weniger TV Kameras hin verirren.

Man kann deswegen wohl nur sagen:
Merkt euch den Stand der Diskussion, die wird wohl zu gegebenen Zeitpunkt neu aufflammen.


Nun noch kurz zur Kommunikation, da auch darüber heftig diskutiert wurde. Kommunikation ist immer dann gut, wenn Sie für beide Seiten funktioniert, den Sender und den Empfänger. Vor endlos langer Zeit hatte ich bei einer meiner Ausbildungen mal monatelang "Kommunikation" als Teilgebiet des schulischen Ausbildungsteils. Ein ziemlich dröges Thema, auch wenn der Lehrer das damals wohl anders sah. Sein Lieblingsbeispiel war dabei ein Autofahrer, der an der Ampel steht und vor sich hin träumt. Plötzlich ruft sein Beifahrer "GRÜN". Er fährt los und direkt in ein anderes Auto. Denn dummerweise meinte der Beifahrer nicht die Ampel, sondern redete über seine politische Einstellung. Der Kommunikationsweg bei den Bannern passt da ziemlich dazu. Denn in dem Fall war wohl RB Leipzig der Beifahrer und zur Kenntnis genommen wurde in dem Fall "Eure Banner müssen weg". Hätte man sicher schöner machen können, auch wenn man jetzt ja durchaus Aufwand treibt, die Wogen zu glätten und wie es scheint dies auch die nächsten Wochen noch weiter versuchen wird.

Nicht besser macht es meiner Meinung nach die Tatsache, dass gerade gegenüber der Presse seit einiger Zeit ein sehr, nennen wir es einmal "wirtschaftlich-hipper" Kommunikationsstil gebraucht wird, der so gar nicht zum recht emotionalen Fußball passen will. Wenn ich jedes Mal, wenn ich über Wortkombinationen wie "Sales-Ausrichtung" gestolpert wäre einen Schnaps getrunken hätte, wäre ich wohl schon einige Male nur knapp an der Alkoholvergiftung vorbeigeschrammt.

Mag alles irgendwo modern sein. Kommt in den richtigen Kreisen sicherlich auch gut an. Mein Fall ist es aber nicht.

Blogpause

Samstag, 24. September 2016

Aus privaten Gründen pausiert dieser Blog vorerst.

Kommentar: Protestwellen

Montag, 22. August 2016


Der Einstieg von RB Leipzig in den Frauenfußball scheint immer kuriosere Blüten zu treiben. Nach einigen Protesten kam es nun zur Spielabsage des Konkurrenten aus Bischofswerda kurz vor Anpfiff des Spieles.

Viele fühlen sich vielleicht an den Proteststurm bei Vereinsgründung erinnert, doch greift dies viel zu kurz. Damals ging es nicht nur um die Übernahme der vielen Teilmannschaften. Viel mehr drehten sich die Diskussionen um Logo und Namen des Vereins. Dinge, die allein im Ermessensspielraum des Verbandes zu liegen schienen.


Nun jedoch ist der Protest in seiner Art kaum noch logisch zu begründen. Doch fassen wir erst einmal zusammen, was passiert ist. RB Leipzig stieg die letzten Jahre zuerst in den Mädchenfußball ein, um sich langsam an den Frauenfußball heranzutasten und natürlich auch eine Basis legen zu können. Natürlich wollte man auch im Frauenbereich die gleichen Anforderungen an Spielweise, Training und Erfolgskonzept legen, wie im Männerbereich.


Nun ist jedoch der Zeitpunkt erreicht, wo die ersten Spielerinnen zu alt für ihre Jugendmannschaften werden und den Sprung in den Frauenbereich machen müssen. Das es sich dabei vorerst um wenige Spielerinnen handelt, war dabei kein Geheimnis. Schon im Februar diesen Jahres, bei einem Treffen mit dem Verein zum Thema Social Media warf ein Teilnehmer die Frage auf und schon da wurde explizit gesagt, dass man eine Spielgemeinschaft favorisiert, weil es eben erst einmal nur wenige Spielerinnen betrifft. Es hätte wohl jeder diese Information bekommen, wenn er einen Vereinsverantwortlichen in den ganzen vergangenen Monaten gefragt hätte.


Nun wurde diese Spielgemeinschaft auch mit dem Leipziger FC 07 geplant und wäre in der Landesklasse aufgelaufen. Es wäre eine Mannschaft geworden, die zu den Jugendspielerinnen natürlich auch mit starken Transfers bestückt worden wäre. Schließlich will man auch im Frauen Bereich in höhere Regionen klettern. Sicherlich wäre die Mannschaft durch die niedrige Liga gefegt, mit vielen hohen Siegen.


Nun kam es jedoch dazu, dass beim Verband wohl die Überlegung entstand, dass dies eine Liga höher sinniger wäre. Die Gegner wären stärker und wenn man sowieso problemlos klettert, tut dies keinem weh. Es wurde auf dem Staffeltagung eine Aufstockung der Liga um 2 Mannschaften zur Abstimmung gebracht und knapp angenommen. Und die Sache schien besiegelt.


Nun muss man sagen, das die Landesliga die letzte Liga ist, in der Spielgemeinschaften erlaubt wären. Somit nahm man dies zum Anlass, die später wohl sowieso logische Umformung als reines RB Leipzig Team direkt vorzuziehen. Dies ändert für keinen der Gegner etwas, da die Mannschaft selbst die gleiche ist, die wohl auch als Spielgemeinschaft in der Landesliga angetreten wäre.


Das war es dann auch schon mit dem, was passiert ist. Wo sind nun die Aufreger? Zum einen versteht man bei einigen Gegnern wohl nicht das Prinzip eines Übergangs von einer Mannschaft von einem Verein zum anderen nicht. Dies ist aber eher ein kleineres Problem, das man auch schon im Männerbereich hatte. Das Übergänge zwischen Mannschaften weit öfter passieren, als man denken könnte, war auch dort einigen nur schwer vermittelbar. Ohne solch eine Option gäbe es nie Fusionen und Auslagerungen. Und bei Gründung ihrer Kapitalgesellschaften, hätten die Vereine der Bundesliga wieder in der kleinsten Spielklasse anfangen müssen. Denn auch dabei gehen die Profimannschaften im Normalfall vom e.V auf die Kapitalgesellschaft über.


Den meisten Ärger gibt es hier aber wohl um die Mannschaftszusammensetzung. Scheinbar dachte man sich bei einigen Gegnern, das eine Förderung von Jugendspielerinnen bedeutet, die halbe Mannschaft würde aus jungen Talenten bestehen. Warum man auf einen Schlag so viele in den Frauenbereich abschieben sollte und welchen Sinn dies für die Entwicklung der Mädchen haben sollte, das bleibt wohl ein Geheimnis der protestierenden Vereine.


Es wird suggeriert, man hätte verschleiert, das sich nur ein paar Spielerinnen schon dieses Jahr im Kader befinden würden. Wie das damit zusammenpasst, das die Fans diese Info schon im Februar hatten und der Verein diese Info wohl auch jedem anderen auf Anfrage gegeben hätte, ist ebenfalls ein Mysterium.


Leider drängt sich bei der Aufregung ein anderer Eindruck auf. Beinahe in jedem "offenen Brief" wurde explizit darauf hingewiesen, das eine Menge Spielerinnen vom höher spielenden FFV stammen. Man könnte meinen, man regt sich eher darüber auf nun einen starken Gegner vorzufinden, der sich wohl schnell nach oben verabschieden wird. Ob man dies nun nicht einmal ein Jahr akzeptieren könnte? Wahrscheinlich. Könnte man dies nicht auch als Chance sehen, sich mit stärkeren Spielerinnen zu messen? Selbstverständlich.


Und doch weiß man, wie das läuft. Ist die Profilierungswelle einmal im Gang, geht es gar nicht mehr so wirklich um die eigentliche Sache. Es geht um Aufmerksamkeit und nicht zuletzt darum, recht zu bekommen. Und nimmt eine solche Welle einmal Fahrt auf, wird es auch dauern, bis sie sich vollständig gelegt hat.

Die Saison 2016/2017 und Ich

Samstag, 20. August 2016


Eine neue Saison beginnt und für mich schweben wesentlich mehr Fragezeichen um das Geschehen des Vereins herum als üblich. Und dabei sind wir nun nicht gerade der Verein, der für wenig Diskussionsmaterial bekannt ist.

Viel wird sich mit der 1. Bundesliga ändern, allein schon weil sich die Zielsetzung in Zukunft natürlich nicht mehr darum dreht, durch irgendeine Liga zu rauschen. Auch mit der gigantischen medialen Aufmerksamkeit der 1. Bundesliga werden sich viele Dinge verändern.

Zeit deshalb, für den Blogpost zum Saisonstart.

Nach dem Pokal ist vor der Liga

Ich habe nicht viel Hehl daraus gemacht, dass mir der ganze Hype um das Dresden Spiel "too much" war, wie man es heutzutage sagt. Aus einem Pokalspiel zweier Vereine mit völlig unterschiedlicher sportlicher Zielsetzung, wurde eine Art "Happening", bei der es sich von Tag zu Tag mehr um das Schicksal des Fußballs zu drehen schon. Klassenkampf erster Güte, gepaart mit Versuchen eine Art Finale um eine imaginäre Nr. 1 zu schaffen, sei es nun in Sachsen oder gar gleich im Fußball Osten. Es fehlte am Ende als Krönung des Hypes wohl nur noch eine stadioneigene Pokemon Go Arena und die Heiligsprechung des Siegers durch den Papst zum Schutzheiligen des Ostfußballs.

Das nun der Verein, der noch vor wenigen Jahren blamabel aus der 2. Bundesliga abstieg und eben jener, der sich gerade erst eine Art Suche nach dem Einäugigen unter den Blinden mit Nürnberg leistete, nun die Spitze der Evolution im Ostfußball darstellen sollten, ist allerdings ziemliche Realsatire. Wie ich auch in meinem Buch schrieb, bin ich sicherlich der Meinung,  dass es durchaus auch andere Fußballfans aus dem Osten Deutschlands mit Genugtuung erfüllen wird, wenn wir irgendwann einmal das quasi Erfolgsmonopol der Vereine aus den alten Bundesländern aufbrechen. Aber auch dafür muss man keine Rangliste bauen mit irgendeiner Nummer 1.

Das wir das Pokalspiel am Ende verloren, passt dann auch noch irgendwo ins Bild. Unter sportlichen Gesichtspunkten ist es schlichtweg nur eine Pokalüberraschung, bei dem ein Favorit gestrauchelt ist. Nach der ganzen Aufregung vorher, wird man diese Niederlage wohl jedoch ebenso zelebrieren und damit wohl einiges an Aufregung vor dem Saisonstart erleben.

Idealismus gegen Realität

Viele Diskussionen drehen sich momentan darum, dass die Saison ein Test für die Stärke von RB Leipzig wird. Ist man nun der Bayern Jäger oder endet man wie Hoffenheim irgendwo beim Dauerringen um den Klassenerhalt?

Viel mehr scheint es mir jedoch ein Test zu sein, wie stark die 1. Bundesliga denn nun ist. Seit gefühlten Ewigkeiten beweihräuchert man sich in der Liga, um die eigene Stärke. Jeder internationale Sieg und sei es nur einer von Bayern München wird als Beleg dafür genommen das man eine der stärksten Ligen überhaupt ist.

Nun kommt RB Leipzig und scheint für einen Aufsteiger ein sehr unübliches Bild abzugeben. Klar, man hat Möglichkeiten, Spieler zu verpflichten, die wohl kaum zu Darmstadt oder Ingolstadt nach dem Aufstieg gegangen wären. Und doch scheint man sich selbst ordentlich einzubremsen.
So verpflichtet man weiter nur junge Spieler, will nur Spieler, die sich auch wirtschaftlich lohnen und hat sich sogar Gehaltsobergrenzen gesetzt. Und das sind nur drei der offensichtlicheren Dinge.

Doch nehmen wir mal einmal an, unsere Liga Gegner würden alles dem sportlichen Erfolg unterwerfen, machen die dies nun alle falsch? Und wenn Sie es nicht falsch machen, heißt es dann wir können uns diesen Idealismus leisten und trotz der dann eingebüßten Möglichkeiten quasi im nebenbei sportlich erfolgreich sein?

Wenn es klappt, wäre das sicher toll, würde aber auch zeigen, das die Liga weit davon entfernt ist, so stark zu sein, wie Sie selbst glaubt. Ist sie das dagegen wirklich, dürfte uns in Leipzig eine harte Saison blühen, nachdem wohl nach langer Zeit wieder einiges an Konzepten wie ein Kartenhaus in sich zusammenfällt.

Der Kader und die Saison

Vielleicht auch resultierend aus der Jugendstrategie wurde schon früh in der Sommerpause klar, das man keinen großen Umbruch anstrebte. Vielleicht auch mit dem Hintergedanken, dass der Marktwert der Spieler mit einer Saison 1. Bundesliga natürlich stark ansteigen würde.

Sinngemäß wurde klargestellt, der Rumpfkader sei stark genug für die 1. Bundesliga. Das die Kritik am Kader nach Ende der Vorbereitung für Leipziger Verhältnisse nun extrem ausfiel, ist da schon eine Gegensätzlichkeit, die Aufhorchen lässt. Und auch eine, die durchaus eine Zwickmühle bedeuten könnte. Natürlich kann man in den 2 Wochen, in denen das Transferfenster noch offen ist, weitere Spieler verpflichten. Spieler, die dann ohne Vorbereitung funktionieren müssen. Doch was macht man dann eigentlich mit den bestehenden Spielern? Findet man für eben so viele noch eine schnelle Lösung?

Die Zeiten, in denen man Spieler in durchaus hoher Anzahl einfach mal in die Regionalliga abschiebt und die das leise hinnehmen, dürfte sich wohl bald dem Ende nähern. Solche Aktionen werden Unmut erzeugen. Ein wenig Konkurrenzdruck stärkt sicherlich den Teamgeist, zu hoher Konkurrenzdruck und Perspektivlosigkeit bewirkt eher das Gegenteil. Mal abgesehen davon, das eine Art "Trainingsgruppe 2" sicherlich auch nicht Image fördernd wäre, auch nicht für zukünftige Transfers.

Einfach Spieler sammeln wie Briefmarken, wenn man merkt "hoppla, das reicht nicht" funktioniert nicht, das durfte auch schon unsere Konkurrenz feststellen. Wolfsburg und Hoffenheim fallen mir dabei sofort ein.

Es wird interessant zu sehen wie man die aktuelle Situation löst. Natürlich darf man nicht vergessen, dass Klostermann und Selke noch zum Kader stoßen, doch trotzdem erscheint das Polster an Spielern, die momentan auf dem gewünschten Niveau sind, eher ausbaufähig. Erst recht, wenn man sich einmal ausmalt, was passiert wenn Schlüsselspieler verletzt oder gesperrt ausfallen sollten.

Der Blog

Ja, auch an meinem Blog geht die Zeit nur spurlos vorüber. Als ich damals anfing dieses zu schreiben, war der Content zum Verein arg begrenzt. Da gab es den Rotebrauseblogger und natürlich das Team von RB-Fans.de, aber gerade in den Medien herrschte noch eher Stille oder es dominierte Content zum Thema: "RB Leipzig = Ende vom Fußball". Die LVZ schrieb natürlich schon über den Verein, aber noch weit von den jetzigen Inhalten entfernt. Den Rest konnte man wohl als beschränkt auf das Notwendigste kategorisieren.

Nun ist das sicher anders. Das hat mich schon in der letzten Saison dazu bewogen, keine Ablauf beschreibenden Spielberichte mehr zu machen, sondern eher ein Fazit zu geben. Die 999. Quelle, die schreibt, das Spieler x in Minute y den Ball mit dem Kopf ins rechte Eck köpfte, würde ich selbst nicht lesen wollen, somit erspare ich das auch anderen Lesern. 

Mit dem Beginn der 1. Bundesliga Saison werde ich dieses Jahr wohl etwas mehr probieren und variieren. Zum ersten Opfer werden die Vorberichte werden. Das mag nicht in Stein gemeißelt sein, aber umso mehr ich in der letzten Saison davon las und schrieb umso mehr stellte sich dort für mich eine Art Kristallkugel schauen ein, das mir wenig sinnig erscheint. Und da ich wohl meinen Lebtag keine Saisonakkreditierung mehr vom Verein bekommen werde, fallen auch eigene Themen für die Pressekonferenz aus. Und selbst wenn, gäbe es da ja mittlerweile einen Livestream vom Verein. (Schöne Entwicklung im übrigen)

Geplant ist somit diese Saison mit ein paar grundlegenden Dingen zu starten und dann zu schauen, was für mich funktioniert und auch seinen Reiz hat. So wird es nach Spielen weiterhin ein Fazit geben, wahrscheinlich allerdings mit eingeschränkten Statistikbereich. Dazu ein monatliches "State of RasenBallsport" (Nein, der Name ist natürlich noch nicht fix) mit allem, was anliegt.

Zusammenfassend mehr Meinung, mehr Kritik da wo es nötig ist, mehr Lob wenn angebracht.