Der Tag nach der Niederlage, nach der für Leipziger Verhältnisse, recht viel Kritik geäußert wurde. Dem einen mag einige Kritik etwas hart erscheinen, ist aber wohl eher ein Zeichen dafür das sich in den letzten Spielen schon einiges an Unmut aufgestaut hatte.
Die Befürchtungen, man würde Spiele in der Art bis zur Winterpause sehen, sind sicher vorhanden und nicht ganz von der Hand zu weisen, auch wenn der Trainer und vielleicht sogar im Hintergrund Rangnick die Länderspielpause nutzen werden, um Verbesserungsideen zu erarbeiten.
Leider dürfte es bis auf wenige Trainingstage bei Ideen bleiben, denn bei so vielen angeforderten Spielern für Nationalmannschaften, selbst wenn wohl nicht alle fahren, wird es kaum möglich sein, bis zum nächsten Spiel Grundsätzliches zu verändern.
Vor der Aufarbeitung des Ganzen sei auch angemerkt, dass es keine einfachen Lösungen für solche Spiele gibt. Jeder der gestern oder heute meint er hätte die total einfache zündende Idee, die alles verbessert, sollte unbedingt ins Fußball Business einsteigen. Mit solch einem gefundenen heiligen Gral wäre er wohl der gefragteste Mann in der Branche.
Realistisch ist aber eher, dass bei so etwas viele Faktoren zusammenkommen, von denen man nicht wenige, selbst bei einem Lösungsansatz, nicht einfach mal mit einem Fingerschnippen auf dem Platz umsetzen lassen kann.
Viele Diskussionen nach dem Spiel drehten sich in etwa um die Frage, welches Spielsystem gen Tor denn überhaupt angedacht ist. Da wird man evtl. sehr bald ein paar Relativierungen von offizieller Seite hören, so ganz kommen Zorniger und Rangnick aus dieser Frage jedoch nicht heraus. Denn wie so oft fallen sicher nicht nur mir einige Aussagen vor der Saison oder auch noch während der ersten Spiele ein. Sinngemäß will man nicht nur erfolgreich sein, sondern auch ansehnlichen Fußball bieten. Man kann sicher über die sportliche Leistung vielerlei Meinungen vertreten, aber jemanden zu finden der die letzteren Spiele als ansehnlich betrachtet, ist wohl ein schier aussichtsloses Unterfangen.
Wie schon gesagt, gibt es weder einfache Gründe, noch einfache Lösungen, jedoch ein paar Diskussionsansätze, die man durchaus hinterfragen kann.
Der Kader
Transferzeiten sorgen bei Rasenballsport gern für große Aufregung, nicht selten spekuliert man über hohe Ablösen oder hoch gehandelte Namen. Dahin gehend machte auch der Sommer keine Ausnahme. Schaut man sich die Zugänge momentan an, so kann ein Compper durchaus den Ausfall von Hoheneder kompensieren, Kalmar und Hierländer könnte man als Option für das Mittelfeld bringen, vielleicht könnte man Rebic auch in solchen Spielen wie gestern als Option einsetzen.
Das Problem dürfte allein schon hinsichtlich dieser Formulierung klar sein.
Denn lässt man Boyd, für dessen Bewertung eine einzige, nicht einmal 90 Minuten gespielte Partie kaum ausreichend sein dürfte, einmal außen vor, befindet sich unter den Verpflichtungen nur 1 Stammspieler, Rani Khedira.
Nimmt man einmal die in der Presse gehandelten Ablösesummen und rechnet die zwei Verpflichtungen für Salzburg heraus, könnte man nach derzeitigem Stand etwas überspitzt sagen, man hat vor der Saison 500 Tausend Euro in die Qualität des Kaders investiert und 4,1 Millionen in die Breite.
Ohne tieferen Einblick in die Personalplanungen gehabt zu haben, ein Verhältnis was sicher nicht so angedacht sein kann, erst recht nicht wenn man wirklich oben mitspielen möchte.
Das Spielsystem
Ein Phänomen im Profifußball ist sicher das Aufsteiger nicht selten am Anfang der Saison besser wegkommen als im Verlauf. Auch wenn man heutzutage Unmengen Videomaterial aus der jeweiligen Aufstiegsliga zur Verfügung hat, ist immer sehr gut ersichtlich, das eine Einstellung der Gegner trotzdem eine Weile benötigt.
Alexander Zorniger sagte vor kurzen Gegner könnten sich nicht auf diese Spielweise einstellen, aber das ist nur zum Teil richtig. Natürlich gibt es nur begrenzt Möglichkeiten sich auf Dinge wie Pressing einzustellen. Allerdings gibt es diverse Möglichkeiten Schwachstellen in der Spielweise des Systems aufzudecken und für sich zu nutzen. Sehr vereinfacht gesagt, zieht der Gegner seine Stärke aus einem dominanten Mittelfeld, legt man es drauf an dies möglichst zu überspielen. Gehen die Bälle nach Balleroberungen schnell auf einen zentralen Spieler, wird man es vermehrt darauf anlegen, diesen aus dem Spiel zu nehmen. Haben einige Spieler so ihre Probleme im Zweikampf, wird man diese wohl mit den eigenen Spielern möglichst oft in diesen hineinzwingen.
Dies trifft auch Leipzig, denn überraschen konnte man vielleicht am Anfang noch, mittlerweile dürfte der "Aha" Effekt beim Gegner doch sehr klein geworden sein.
Da es mit der alten Variante nicht funktioniert und ein paar individuelle Probleme hinzukommen, verfällt man zusehends in das Spiel mit langen Bällen. Etwas, was der Mannschaft weder liegt, noch gegen Gegner, die dank des erwarteten Offensivdrucks bei den Leipzigern hinten ziemlich kompakt stehen, wirklich gut in Tore umzumünzen ist.
Indviduelle Probleme
Um die Liste nicht endlos zu erweitern, fasse ich einiges einmal in die Kategorie individuelle Probleme zusammen. Wenn zum Beispiel die meisten Bälle trotz Zweistürmersystem auf Poulsen gespielt werden, wird der Gegner diesem die Räume sehr eng machen, was zu schwer zu verwertenden Bällen führt. Wie das dann aussieht, konnte man gestern beobachten. Viele Bälle, die nach kurzer Berührung etwa im Aus oder vor den Füßen des Gegners landen.
Ein zweites anderes Beispiel die Sturm und Drangphase von Darmstadt ab Mitte von Halbzeit zwei. Wenn sich die Spieler zu sehr vom Rückstand anstecken lassen und trotz des Umstandes, dass die geschlagenen Bälle wenige Sekunden später in einem Konter enden, kein Tempo rausnehmen um kurz Ruhe ins Spiel zu bringen, ist es natürlich schwer für den Trainer da etwas zu ändern. Das zählt dann wohl zu den gern angeführten "Kopfsachen".
Ein drittes Problem ist da schon eher ein Problem des Trainers. Alexander Zorniger hatte gestern auf der Bank viele tolle Teamplayer, mit denen man einzelne Probleme in einer guten Mannschaftsleistung korrigieren könnte. Den defensiv starken Frahn, einen schnellen Morys, mit Kalmar könnte man das Mittelfeld durchaus gut absichern. Was aber tun, wenn gerade von vorn bis hinten der sprichwörtliche "Wurm" drin ist? Dann bräuchte man eigentlich jemanden, der etwas tut, was man ansonsten wenig bis nicht benötigt, nämlich etwas "out of the box" spielt. Einer der es dann halt mal mit einer todesmutigen Einzelaktion versucht ob nun, weil es seiner Spielweise entspricht oder auch nur weil er sich unbedingt zeigen will.
Fazit
Wie man sieht viele Dinge zu bedenken und dies war sicher nur eine Auswahl an Ansätzen. Keine leichte Aufgabe für die nächsten Spiele, zumal die Zeit auch anhand der schon erwähnten Nationalmannschaftsreisen begrenzt ist.
Bisher hatte Alexander Zorniger jeweils ein gutes Händchen für solche Situationen, konnte einige überraschende Formänderungen in kurzer Zeit bewirken. Ob er das nun wieder schafft, wird man in den verbliebenen Spielen bis zur Winterpause wohl beobachten können.
Spätestens für dann wird man sich wohl einen "Schlachtplan" zurechtlegen.
Vorbericht SV Darmstadt 98 - RB Leipzig
Freitag, 7. November 2014
Spitzenspiel gegen Darmstadt! Kennen wir das nicht irgendwoher? In der 3. Liga kämpften die beiden Vereine verbissen um den direkten Aufstieg, am Ende reichte es für Leipzig, Darmstadt nutzte dagegen die Relegation zum Aufstieg.
Nun ist die Situation jedoch eine andere. Die Halbserie ist noch nicht zu Ende, noch viele Mannschaften mischen in der oberen Region mit und so wirklich kann man noch kaum Favoriten in der Liga ausmachen. Beide Mannschaften glänzten gerade zu Saisonbeginn mit ihrem Offensivspiel, profitierten jedoch sicherlich auch von der ausgeglichenen Liga.
So relativiert sich die Tabelle dann auch, wenn man einmal auf die letzten Spiele sieht. Gerade 1 Sieg steht für beide in den letzten 5 Spielen zu Buche, 6 Punkte holte man von den 15 möglichen.
In Darmstadt ist sicher noch immer ein Hauptproblem die Abhängigkeit von Goalgetter Stroh-Engel. So toll es auch ist solch einen Spieler in den eigenen Reihen zu haben, steht und fällt das Spiel natürlich auch damit, wie der Gegner diesen in den Griff bekommt oder halt nicht. 7 Tore schoss er selbst, gab 3 Vorlagen. Doch selbst in Spielen ohne Torbeteiligung spielte er oft eine entscheidende Rolle. Denn meist bindet er in seiner Torgefährlichkeit gleich mehrere Gegenspieler und schafft so große Räume für den Rest der Mannschaft.
In Leipzig hatte man in der letzten Saison weniger Probleme mit Stroh-Engel. Die Defensive blieb stabil und zwei zu null Siege sprechen Bände. Trotzdem kann man sich kaum auf diese Erfolge verlassen, denn natürlich ist Darmstadt in diesem Jahr um einiges stärker.
Zudem läuft auch in Leipzig nicht alles rund. Auch wenn Trainer Alexander Zorniger dies eher zur Kopfsache relativiert, offenbaren gerade die letzten Spiele doch einige Schwächen, die kaum wegzudiskutieren sind.
Es fehlt weiterhin die Abstimmung und teilweise auch die Struktur. Sicher auch bedingt durch die oft notwendigen Wechsel im Kader, die nicht zuletzt durch die aus ihren Verletzungen zurückgekehrten Spieler zu Stande kamen. Aber auch dadurch, dass sich an einigen Positionen schlichtweg keine Idealbesetzungen herausbilden. Letzteres wird wohl ein Punkt für die Kaderplanung in der Winterpause sein, die ja nicht mehr so weit weg ist.
Ein weiteres Phänomen ist eines, das wir schon aus der letzten Saison gegen Ende der Hinrunde kennen. Gerade die jüngeren Spieler mit regelmäßigen Stammeinsätzen wie Kimmich oder auch Poulsen tragen zunehmend der Belastung Rechnung. Das beide regelmäßig zu Nationalmannschaften einberufen werden ist sicherlich eine zusätzliche Belastung.
Kimmich wird gegen Darmstadt geschont werden. Für Poulsen, als momentane Topbesetzung im Sturm ist dies natürlich kaum möglich. An seiner Seite könnte jedoch Boyd zu seinen ersten Stammelf Einsatz kommen. Boyd, nun wieder vollends genesen, nach seiner langen Verletzung, spielte in seinen Kurzeinsätzen zuletzt passabel und ist sicher heiß auf sein erstes Ligator.
Als Fazit kann man festhalten das sich sicher beide Mannschaften nicht noch mit einem weiteren Unentschieden zufriedengeben werden, sondern uns wohl ein verbissenes Spiel bis zur letzten Minute erwartet.
Abseits des Platzes verweist man gegen Darmstadt gern einmal auf den aus der dortigen Fanbase kommenden Aktionismus in Richtung Leipzig. Facebook Gruppen, Kampagnen, Erklärungen von Fanclubs, Gesprächsabende. Man versucht viel, die Ergebnisse sind allerdings recht überschaubar. Und so ist es auch nicht verwunderlich, das ich mich sehr schwer tue, bei Darmstadt irgendeine spezielle Form von Abneigung zu entwickeln. Der Verein aus der beschaulichen Stadt im Süden Hessens hat viele Qualitäten und sicher auch vieles, das man sich auf die Fahnen schreiben kann. Der Anzug des Traditionsverfechters oder auch nur Anti Kommerz Vereins passt ihnen allerdings nicht und wird ihnen wohl auch in Zukunft kaum passen.
Nun ist die Situation jedoch eine andere. Die Halbserie ist noch nicht zu Ende, noch viele Mannschaften mischen in der oberen Region mit und so wirklich kann man noch kaum Favoriten in der Liga ausmachen. Beide Mannschaften glänzten gerade zu Saisonbeginn mit ihrem Offensivspiel, profitierten jedoch sicherlich auch von der ausgeglichenen Liga.
So relativiert sich die Tabelle dann auch, wenn man einmal auf die letzten Spiele sieht. Gerade 1 Sieg steht für beide in den letzten 5 Spielen zu Buche, 6 Punkte holte man von den 15 möglichen.
In Darmstadt ist sicher noch immer ein Hauptproblem die Abhängigkeit von Goalgetter Stroh-Engel. So toll es auch ist solch einen Spieler in den eigenen Reihen zu haben, steht und fällt das Spiel natürlich auch damit, wie der Gegner diesen in den Griff bekommt oder halt nicht. 7 Tore schoss er selbst, gab 3 Vorlagen. Doch selbst in Spielen ohne Torbeteiligung spielte er oft eine entscheidende Rolle. Denn meist bindet er in seiner Torgefährlichkeit gleich mehrere Gegenspieler und schafft so große Räume für den Rest der Mannschaft.
In Leipzig hatte man in der letzten Saison weniger Probleme mit Stroh-Engel. Die Defensive blieb stabil und zwei zu null Siege sprechen Bände. Trotzdem kann man sich kaum auf diese Erfolge verlassen, denn natürlich ist Darmstadt in diesem Jahr um einiges stärker.
Zudem läuft auch in Leipzig nicht alles rund. Auch wenn Trainer Alexander Zorniger dies eher zur Kopfsache relativiert, offenbaren gerade die letzten Spiele doch einige Schwächen, die kaum wegzudiskutieren sind.
Es fehlt weiterhin die Abstimmung und teilweise auch die Struktur. Sicher auch bedingt durch die oft notwendigen Wechsel im Kader, die nicht zuletzt durch die aus ihren Verletzungen zurückgekehrten Spieler zu Stande kamen. Aber auch dadurch, dass sich an einigen Positionen schlichtweg keine Idealbesetzungen herausbilden. Letzteres wird wohl ein Punkt für die Kaderplanung in der Winterpause sein, die ja nicht mehr so weit weg ist.
Ein weiteres Phänomen ist eines, das wir schon aus der letzten Saison gegen Ende der Hinrunde kennen. Gerade die jüngeren Spieler mit regelmäßigen Stammeinsätzen wie Kimmich oder auch Poulsen tragen zunehmend der Belastung Rechnung. Das beide regelmäßig zu Nationalmannschaften einberufen werden ist sicherlich eine zusätzliche Belastung.
Kimmich wird gegen Darmstadt geschont werden. Für Poulsen, als momentane Topbesetzung im Sturm ist dies natürlich kaum möglich. An seiner Seite könnte jedoch Boyd zu seinen ersten Stammelf Einsatz kommen. Boyd, nun wieder vollends genesen, nach seiner langen Verletzung, spielte in seinen Kurzeinsätzen zuletzt passabel und ist sicher heiß auf sein erstes Ligator.
Als Fazit kann man festhalten das sich sicher beide Mannschaften nicht noch mit einem weiteren Unentschieden zufriedengeben werden, sondern uns wohl ein verbissenes Spiel bis zur letzten Minute erwartet.
Abseits des Platzes verweist man gegen Darmstadt gern einmal auf den aus der dortigen Fanbase kommenden Aktionismus in Richtung Leipzig. Facebook Gruppen, Kampagnen, Erklärungen von Fanclubs, Gesprächsabende. Man versucht viel, die Ergebnisse sind allerdings recht überschaubar. Und so ist es auch nicht verwunderlich, das ich mich sehr schwer tue, bei Darmstadt irgendeine spezielle Form von Abneigung zu entwickeln. Der Verein aus der beschaulichen Stadt im Süden Hessens hat viele Qualitäten und sicher auch vieles, das man sich auf die Fahnen schreiben kann. Der Anzug des Traditionsverfechters oder auch nur Anti Kommerz Vereins passt ihnen allerdings nicht und wird ihnen wohl auch in Zukunft kaum passen.
| Datum/Zeit | Samstag, 08.11.2014, 13:00 Uhr |
| Gegner | SV Darmstadt 98 |
| Marktwert des Gegners* | 9,85 Mio |
| Liga | 2. Bundesliga |
| Spielort | Stadion am Böllenfalltor |
| Stadionkapazität | 19.500 |
| Trainer des Gegners | Dirk Schuster (seit 12/2012) |
| TV & Stream | Sky Bundesliga |
| Audio | Bullenfunk.fm Sport1.fm |
| Ticker | Liveticker Liveticker (Twitter) |
Negativrekord-Krise
Montag, 20. Oktober 2014
2 Punkte aus 3 Spielen! Krisenstimmung ...
Um den zugegeben mit Absicht reißerischen Blogtitel zu rechtfertigen, sei gleich zu Beginn gesagt, dass RB Leipzig noch nie in der Vereinsgeschichte auf 2 Unentschieden eine Niederlage folgen ließ. Man könnte jetzt natürlich anmerken, dass wir nicht selten knapp an diesem Szenario vorbeischlitterten und das der Mannschaft sicher zuletzt auch das Glück fehlte, das man in der Vergangenheit in solchen Situationen auch nicht selten gepachtet hatte.
Beides wäre korrekt, erklärt aber die geringe Punktausbeute nicht vollends. Ich hatte im Vorbericht ja schon die Fragezeichen erwähnt, die aus den letzteren Ergebnissen resultieren. Sinngemäß kann man sich nun noch ein paar dazu malen, denn es tun sich sicher eher mehr als weniger Baustellen auf.
An der Tabelle hat sich, das sei auch erwähnt, kaum etwas getan. Gravierend für irgendwelche Ambitionen kann ein fünfter Platz mit zwei Punkten Rückstand auf den zweiten, direkten Aufstiegsplatz kaum genannt werden.
Doch zurück zu den Fragezeichen. Weiterhin gesucht ist eine zündende Idee für die Offensive. Der Überraschungseffekt der Pressingoffensive ist dahin und die Gegner werden auch zukünftig eher aus einer stabilen Defensive mit Kontern und langen Bällen arbeiten. Wenig Raum ist der Tod jedes kontrollierten Spiels am Boden, da der jeweilige Angreifer sich im Zweikampf meist gegen mehrere Gegenspieler durchsetzen müsste, um auch nur im entferntesten zum Torabschluss zu kommen. Erschwerend kommt hinzu das zu Poulsen momentan der ideale Gegenpart fehlt und übermäßig viel über dessen Seite läuft, was den Platz auch nicht wirklich verbessert. Am Ende stehen dann nicht selten überhastete oder chaotische Abschlüsse, Fehlpässe oder der Versuch von fast schon übermenschlichen Einzelaktionen durch die gegnerischen Reihen (die in den meisten Fällen natürlich im Ballverlust enden).
Gegenmaßnahmen sind natürlich einige denkbar. Eine Möglichkeit wäre das Spiel in solchen Situationen vom Boden in die Luft zu verlagern, doch einige groß gewachsene Spieler zierten zuletzt die Verletztenliste, womit die Möglichkeiten sich dahin gehend begrenzten. Eine weitere Variante wäre das Tempo der Angriffe nach Balleroberung zu erhöhen und so die Sekunden zu nutzen, bevor der Gegner die Reihen wieder geschlossen hat. Auch das ist leichter gesagt als getan, zumal man dafür auch möglichst viele gleichwertige Abschlussmöglichkeiten bräuchte. Anhand des auch jetzt schon praktizierten Umschaltverhaltens bei Balleroberung dürfte man die Gegner kaum noch komplett unvorbereitet treffen.
Kommen wir abseits der Offensive noch zu einem anderen Thema, der Mannschaftsstruktur. Eine große deutsche Tageszeitung bemängelt heute die fehlende Hierarchie und erwähnt als Beispiel den Mannschaftsrat, von dem nur 1 Spieler überhaupt auf dem Platz steht. Es ist richtig das man sich dahin gehend sicher zukünftig Gedanken machen könnte. Natürlich fallen ein paar davon wegen Verletzungen aus, jedoch ist es sicher hilfreich, wenn sich Führungsspieler und Einsatzzeiten zumindest beim größten Teil möglichst decken.
Ein viel entscheidenderes Problem in der Struktur sind meiner Meinung nach jedoch die Spielertypen. Wir haben einen Kader, wo sehr viele Spieler leistungsmäßig eng beieinanderliegen, wo man Ausfälle oft gut kompensieren kann, was sicher wichtig über die gesamte Saison ist. Sieht man jedoch die Wechsel von Zorniger gegen Nürnberg, erst der Versuch eines dreier Sturms mit Rückkehr ins zweier System kurz danach, zeugt das schon von den mangelnden Eingriffsmöglichkeiten. Es sitzen auf der Bank sicherlich die leistungsmäßig momentan besten Spieler im Kader nach der Stammelf, aber es sitzt auch keiner dort, den ich als Jokerspieler bezeichnen würde. Niemand den man für die 10 oder 20 Minuten einwechselt und der sich wie Röttger damals ohne Anlaufzeit den Ball schnappt, wonach dem Gegner sofort der Angstschweiß ins Gesicht geschrieben steht. Wir haben auch kein junges Talent, wo man sagen könnte "vielleicht schafft er ja jetzt gerade den Durchbruch". Die Talente holen sich Praxis in der U23 oder in Liefering.
Ich bin sicher nicht der Einzige, der gespannt ist, welche Lösungen Alexander Zorniger für die Probleme findet. Die nächsten schweren Spiele stehen schon vor der Tür und die Winterpause nicht nah genug das man sich schon intensiv mit Transfers befassen müsste. Die Lösung muss demnach im aktuellen Kader gefunden werden.
Um den zugegeben mit Absicht reißerischen Blogtitel zu rechtfertigen, sei gleich zu Beginn gesagt, dass RB Leipzig noch nie in der Vereinsgeschichte auf 2 Unentschieden eine Niederlage folgen ließ. Man könnte jetzt natürlich anmerken, dass wir nicht selten knapp an diesem Szenario vorbeischlitterten und das der Mannschaft sicher zuletzt auch das Glück fehlte, das man in der Vergangenheit in solchen Situationen auch nicht selten gepachtet hatte.
Beides wäre korrekt, erklärt aber die geringe Punktausbeute nicht vollends. Ich hatte im Vorbericht ja schon die Fragezeichen erwähnt, die aus den letzteren Ergebnissen resultieren. Sinngemäß kann man sich nun noch ein paar dazu malen, denn es tun sich sicher eher mehr als weniger Baustellen auf.
An der Tabelle hat sich, das sei auch erwähnt, kaum etwas getan. Gravierend für irgendwelche Ambitionen kann ein fünfter Platz mit zwei Punkten Rückstand auf den zweiten, direkten Aufstiegsplatz kaum genannt werden.
Doch zurück zu den Fragezeichen. Weiterhin gesucht ist eine zündende Idee für die Offensive. Der Überraschungseffekt der Pressingoffensive ist dahin und die Gegner werden auch zukünftig eher aus einer stabilen Defensive mit Kontern und langen Bällen arbeiten. Wenig Raum ist der Tod jedes kontrollierten Spiels am Boden, da der jeweilige Angreifer sich im Zweikampf meist gegen mehrere Gegenspieler durchsetzen müsste, um auch nur im entferntesten zum Torabschluss zu kommen. Erschwerend kommt hinzu das zu Poulsen momentan der ideale Gegenpart fehlt und übermäßig viel über dessen Seite läuft, was den Platz auch nicht wirklich verbessert. Am Ende stehen dann nicht selten überhastete oder chaotische Abschlüsse, Fehlpässe oder der Versuch von fast schon übermenschlichen Einzelaktionen durch die gegnerischen Reihen (die in den meisten Fällen natürlich im Ballverlust enden).
Gegenmaßnahmen sind natürlich einige denkbar. Eine Möglichkeit wäre das Spiel in solchen Situationen vom Boden in die Luft zu verlagern, doch einige groß gewachsene Spieler zierten zuletzt die Verletztenliste, womit die Möglichkeiten sich dahin gehend begrenzten. Eine weitere Variante wäre das Tempo der Angriffe nach Balleroberung zu erhöhen und so die Sekunden zu nutzen, bevor der Gegner die Reihen wieder geschlossen hat. Auch das ist leichter gesagt als getan, zumal man dafür auch möglichst viele gleichwertige Abschlussmöglichkeiten bräuchte. Anhand des auch jetzt schon praktizierten Umschaltverhaltens bei Balleroberung dürfte man die Gegner kaum noch komplett unvorbereitet treffen.
Kommen wir abseits der Offensive noch zu einem anderen Thema, der Mannschaftsstruktur. Eine große deutsche Tageszeitung bemängelt heute die fehlende Hierarchie und erwähnt als Beispiel den Mannschaftsrat, von dem nur 1 Spieler überhaupt auf dem Platz steht. Es ist richtig das man sich dahin gehend sicher zukünftig Gedanken machen könnte. Natürlich fallen ein paar davon wegen Verletzungen aus, jedoch ist es sicher hilfreich, wenn sich Führungsspieler und Einsatzzeiten zumindest beim größten Teil möglichst decken.
Ein viel entscheidenderes Problem in der Struktur sind meiner Meinung nach jedoch die Spielertypen. Wir haben einen Kader, wo sehr viele Spieler leistungsmäßig eng beieinanderliegen, wo man Ausfälle oft gut kompensieren kann, was sicher wichtig über die gesamte Saison ist. Sieht man jedoch die Wechsel von Zorniger gegen Nürnberg, erst der Versuch eines dreier Sturms mit Rückkehr ins zweier System kurz danach, zeugt das schon von den mangelnden Eingriffsmöglichkeiten. Es sitzen auf der Bank sicherlich die leistungsmäßig momentan besten Spieler im Kader nach der Stammelf, aber es sitzt auch keiner dort, den ich als Jokerspieler bezeichnen würde. Niemand den man für die 10 oder 20 Minuten einwechselt und der sich wie Röttger damals ohne Anlaufzeit den Ball schnappt, wonach dem Gegner sofort der Angstschweiß ins Gesicht geschrieben steht. Wir haben auch kein junges Talent, wo man sagen könnte "vielleicht schafft er ja jetzt gerade den Durchbruch". Die Talente holen sich Praxis in der U23 oder in Liefering.
Ich bin sicher nicht der Einzige, der gespannt ist, welche Lösungen Alexander Zorniger für die Probleme findet. Die nächsten schweren Spiele stehen schon vor der Tür und die Winterpause nicht nah genug das man sich schon intensiv mit Transfers befassen müsste. Die Lösung muss demnach im aktuellen Kader gefunden werden.
Vorschau 1. FC Nürnberg - RB Leipzig
Donnerstag, 16. Oktober 2014
Auch in der hochkarätig besetzten 2. Bundesliga gibt es durchaus Gegner, die aus der Masse herausstechen. Meist ist dies eine rein persönliche Einschätzung, für mich ist der nächste Gegner von RB Leipzig jedoch solch einer.
Der 1. FC Nürnberg, gerade erst aus der 1. Bundesliga abgestiegen, dort in den letzten 10 Jahren ganze acht Spielzeiten vertreten. Ein Verein, der schon in den obersten Gefilden weilte, als selbst die älteren unter den Fans noch mit strahlenden Kinderaugen die Kicker Stecktabelle füllten.
Aber auch wenn man von der Vergangenheit absieht, hat das Duell einiges zu bieten. Das Internetportal von Transfermarkt.de bewertet den Nürnberger Kader mit dem höchsten Marktwert der Liga. Und dies kommt nicht von ungefähr. So lieh man sich zum Beispiel Offensivspieler Daniel Candeias aus Lissabon, der auch schon 2 Tore und 1 Vorlage beisteuerte. Auch Stürmer Jakub Sylvestr, letztes Jahr noch in Aue tätig, ist sicherlich ein Top-Neuzugang. Und wäre es damit nicht genug Torgefährlichkeit, verpflichtete man auch noch Alessandro Schöpf aus der Reserve von Bayern München. 2 Tore und 3 Vorlagen in 8 Spielen dürften dabei für sich sprechen. Schaut man dann noch auf Nachwuchsleute wie U19 Nationalspieler Niklas Stark, überrascht diese Einschätzung nicht.
Umso überraschender, wie schlecht Nürnberg in die Liga startete. Teilweise rutschte man bis auf Platz 16 ab und gastiert momentan wenigstens wieder auf dem 13. Rang. Verantwortlich dafür sicherlich die instabile Defensive. 17 Gegentore fing man sich in dieser Saison, nur der FSV Frankfurt fing sich eines mehr. Warf man einen Blick auf die letzteren Spiele, verbessert sich die Defensive jedoch sichtlich, man sollte demnach keinesfalls Rückschlüsse aus der Tabellensituation ziehen, das Potenzial in der Mannschaft ist sicherlich eines für die Top Ränge der 2. Bundesliga.
Bei Rasenballsport kann man noch nicht wirklich sagen, wohin der Weg führt. Die Verletztenliste ist sichtlich entspannt, ärgerlich dort nur das sich Rebic in der Nationalelf wohl eine kleinere Blessur zuzog. Trainer Zorniger kritisierte dort berechtigterweise den kroatischen Verband, die Rebic wohl trotz der Verletzung im Rückspiel noch einmal aufstellten.
Zurück im Team ist Terrence Boyd, ein Spieler, der wohl zu den meist gehypten Spielern gehört, die die Roten Bullen jemals hatten. Man kann nur hoffen, dass man ihm auch die Zeit gibt und sich die Erwartungen etwas an die Ligarealität angleichen. Momentan hat man jedoch eher den Eindruck, einige erwarten irgendeine Kombination aus einem jungen Ronaldo und Gareth Bale.
Abseits der Kadersituation stehen noch viele Fragezeichen über der guten Punktausbeute, die Leipzig auf den 4. Tabellenplatz brachte. Zum einen spielte man bisher gegen die meisten Mannschaften der unteren Tabellenregion, was natürlich einige fragende Blicke auf das Restprogramm werfen lässt. Zum anderen tut man sich mehr und mehr schwer, den warnenden Zeigefinger unten zu lassen.
Vielleicht wäre es anders, wenn man Spiele gesehen hätte, in denen der Gegner spielerisch überlegen ist oder wo man in harten Kampf zu wenigen Torchancen kommt.
Doch stattdessen sah man eine meist spielerisch überlegene Leipziger Mannschaft, die in beinahe jedem Spiel zu vielen Großchancen kommt, nur das am Ende das Runde nur in einem Bruchteil dieser im Eckigen landet.
Es dürfte eine der Hauptaufgaben des Trainergespanns werden, die Torausbeute zu erhöhen.
Ich sprach am Anfang des Blogs über den großen Reiz des Gegners. Diese Einschätzung teilen wohl auch viele andere, denn weit über tausend Fans werden die Mannschaft nach Nürnberg begleiten. Gerade für ein Freitagsspiel ein absoluter Top-Wert.
Der 1. FC Nürnberg, gerade erst aus der 1. Bundesliga abgestiegen, dort in den letzten 10 Jahren ganze acht Spielzeiten vertreten. Ein Verein, der schon in den obersten Gefilden weilte, als selbst die älteren unter den Fans noch mit strahlenden Kinderaugen die Kicker Stecktabelle füllten.
Aber auch wenn man von der Vergangenheit absieht, hat das Duell einiges zu bieten. Das Internetportal von Transfermarkt.de bewertet den Nürnberger Kader mit dem höchsten Marktwert der Liga. Und dies kommt nicht von ungefähr. So lieh man sich zum Beispiel Offensivspieler Daniel Candeias aus Lissabon, der auch schon 2 Tore und 1 Vorlage beisteuerte. Auch Stürmer Jakub Sylvestr, letztes Jahr noch in Aue tätig, ist sicherlich ein Top-Neuzugang. Und wäre es damit nicht genug Torgefährlichkeit, verpflichtete man auch noch Alessandro Schöpf aus der Reserve von Bayern München. 2 Tore und 3 Vorlagen in 8 Spielen dürften dabei für sich sprechen. Schaut man dann noch auf Nachwuchsleute wie U19 Nationalspieler Niklas Stark, überrascht diese Einschätzung nicht.
Umso überraschender, wie schlecht Nürnberg in die Liga startete. Teilweise rutschte man bis auf Platz 16 ab und gastiert momentan wenigstens wieder auf dem 13. Rang. Verantwortlich dafür sicherlich die instabile Defensive. 17 Gegentore fing man sich in dieser Saison, nur der FSV Frankfurt fing sich eines mehr. Warf man einen Blick auf die letzteren Spiele, verbessert sich die Defensive jedoch sichtlich, man sollte demnach keinesfalls Rückschlüsse aus der Tabellensituation ziehen, das Potenzial in der Mannschaft ist sicherlich eines für die Top Ränge der 2. Bundesliga.
Bei Rasenballsport kann man noch nicht wirklich sagen, wohin der Weg führt. Die Verletztenliste ist sichtlich entspannt, ärgerlich dort nur das sich Rebic in der Nationalelf wohl eine kleinere Blessur zuzog. Trainer Zorniger kritisierte dort berechtigterweise den kroatischen Verband, die Rebic wohl trotz der Verletzung im Rückspiel noch einmal aufstellten.
Zurück im Team ist Terrence Boyd, ein Spieler, der wohl zu den meist gehypten Spielern gehört, die die Roten Bullen jemals hatten. Man kann nur hoffen, dass man ihm auch die Zeit gibt und sich die Erwartungen etwas an die Ligarealität angleichen. Momentan hat man jedoch eher den Eindruck, einige erwarten irgendeine Kombination aus einem jungen Ronaldo und Gareth Bale.
Abseits der Kadersituation stehen noch viele Fragezeichen über der guten Punktausbeute, die Leipzig auf den 4. Tabellenplatz brachte. Zum einen spielte man bisher gegen die meisten Mannschaften der unteren Tabellenregion, was natürlich einige fragende Blicke auf das Restprogramm werfen lässt. Zum anderen tut man sich mehr und mehr schwer, den warnenden Zeigefinger unten zu lassen.
Vielleicht wäre es anders, wenn man Spiele gesehen hätte, in denen der Gegner spielerisch überlegen ist oder wo man in harten Kampf zu wenigen Torchancen kommt.
Doch stattdessen sah man eine meist spielerisch überlegene Leipziger Mannschaft, die in beinahe jedem Spiel zu vielen Großchancen kommt, nur das am Ende das Runde nur in einem Bruchteil dieser im Eckigen landet.
Es dürfte eine der Hauptaufgaben des Trainergespanns werden, die Torausbeute zu erhöhen.
Ich sprach am Anfang des Blogs über den großen Reiz des Gegners. Diese Einschätzung teilen wohl auch viele andere, denn weit über tausend Fans werden die Mannschaft nach Nürnberg begleiten. Gerade für ein Freitagsspiel ein absoluter Top-Wert.
| Datum/Zeit | Freitag, 17.10.2014, 20:30 Uhr |
| Gegner | 1. FC Nürnberg |
| Marktwert des Gegners* | 21,30 Mio |
| Liga | 2. Bundesliga |
| Spielort | Grundig-Stadion |
| Stadionkapazität | 50.000 |
| Trainer des Gegners | Valérien Ismaël (seit 07/2014) |
| TV & Stream | Sky Bundesliga |
| Audio | Bullenfunk.fm Sport1.fm |
| Ticker | Liveticker Liveticker (Twitter) |
Tore für Fortgeschrittene
Dienstag, 7. Oktober 2014
1:1 trennten sich Heidenheim und Leipzig im, zumindest nach derzeitiger Tabelle, Spitzenspiel der 2. Bundesliga.
Angemessen, sieht man nur die Tabellenpositionen, zu wenig, sieht man die vielen nicht verwandelten Großchancen. Natürlich stand Heidenheim kompakt und ließ im eigenen Strafraum wenig Platz, nicht selten verspielte man jedoch bei Rasenballsport selbst die Möglichkeiten. Mal gingen gut herausgespielte Bälle ins Nichts, weil dort niemand stand. Mal versuchte man zu viel zu "zaubern" und verlor den Ball.
Ein Spiel das, wie viele andere nicht schlecht war, jedoch auch die Misere in der Offensive verdeutlicht. Vor allem im Sturm probiert man scheinbar endlose Varianten durch und trotzdem weiß man nicht so recht, welche davon jetzt erstrebenswert ist.
Trotz erst 9 Spieltagen hatte man schon 3 Stürmer und 2 Stürmer Varianten und bei Letzteren einige Variationen der 2 Sturmspitzen. Poulsen natürlich mit überragender Saison und dabei so ziemlich gesetzt, der Sturmpartner scheint momentan jedoch eher von Woche zu Woche an der Trainingsleistung zu hängen. Kandidaten Frahn, Morys und sogar neuerdings Teigl.
Und sicherlich auch Rebic, der allerdings ein schweres Standing zu haben scheint. Anfangs mit konditionellen Problemen und mittlerweile wohl eher mit dem Spielsystem hadernd, hat der vor der Saison als einer der Top Zugänge (Leihe aus Florenz) propagandierte Stürmer momentan noch sehr wenig Einsatzzeit auf seinem Konto. Erst 2 Einsätze mit um die 20 Minuten lassen natürlich wenig Raum zur Entfaltung. "Wenig Defensivarbeit", "Wenig Teamplay" waren so in etwa die Kommentare bei den Fans, wobei die Frage ist, wie viel Teamplay man den ziemlich durchwachsenen Spielen gegen Frankfurt und Düsseldorf wirklich zeigen konnte.
Alle Spieler müssen unter Zorniger auch akzeptable Defensivarbeit leisten, jedoch dürfte das Heidenheim Spiel das wirkliche Problem zeigen. Bei RB Leipzig hat man eine gute Defensive, man hat ein funktionierendes Pressing System, in dem genug Bälle gewonnen werden und man hat auch Spieler, die den Ball gefährlich bis in den Strafraum bringen. Was momentan jedoch fehlt, ist ein Vollstrecker neben dem spielerisch starken Poulsen.
Ob Rebic solch ein Vollstrecker ist? Nicht zu sagen. Durchwachsene Einsätze in Florenz, viele Verletzungen, zu wenig Einsatzzeiten in Leipzig. Ein Automatismus ergibt sich allein aus seinen Einsätzen und der Nationalelf sicher nicht. Aber es ist auch kein anderer ersichtlich, der diese Position einnehmen kann. Frahn & Morys spielen sicher auf gutem Niveau haben aber so ihre Probleme mit der 2. Bundesliga. Teigl ist wohl nur gegnerabhängig einsetzbar und nach seinen guten Leistungen als Außenverteidiger dort wohl auch besser aufgehoben. Blieben noch unsere jungen Talente Palacios und seit neuesten wohl auch Nattermann, die jedoch wohl erst einmal als Joker ihre Qualitäten beweisen müssten.
Vielleicht schafft es ja der nun wieder genesene Boyd den Platz für sich zu beanspruchen. Aber auch bei ihm sind die Erwartungen mittlerweile übermächtig und es wird zumindest schwierig, diese sofort zu bedienen. Man darf gespannt sein wie schnell ihn der Trainer auf den Platz lässt, um sich zu beweisen.
Bis zur Winterpause werden alle wohl noch Chancen bekommen. Wer bis dahin nicht zu den Top Spielern auf der Stürmerposition gehört, dem stehen wohl Probleme bevor. Denn die erste Winterpause nach einem Aufstieg wird auch die erste Möglichkeit sein, den Kader zu verschlanken und notwendige Korrekturen vorzunehmen.
Angemessen, sieht man nur die Tabellenpositionen, zu wenig, sieht man die vielen nicht verwandelten Großchancen. Natürlich stand Heidenheim kompakt und ließ im eigenen Strafraum wenig Platz, nicht selten verspielte man jedoch bei Rasenballsport selbst die Möglichkeiten. Mal gingen gut herausgespielte Bälle ins Nichts, weil dort niemand stand. Mal versuchte man zu viel zu "zaubern" und verlor den Ball.
Ein Spiel das, wie viele andere nicht schlecht war, jedoch auch die Misere in der Offensive verdeutlicht. Vor allem im Sturm probiert man scheinbar endlose Varianten durch und trotzdem weiß man nicht so recht, welche davon jetzt erstrebenswert ist.
Trotz erst 9 Spieltagen hatte man schon 3 Stürmer und 2 Stürmer Varianten und bei Letzteren einige Variationen der 2 Sturmspitzen. Poulsen natürlich mit überragender Saison und dabei so ziemlich gesetzt, der Sturmpartner scheint momentan jedoch eher von Woche zu Woche an der Trainingsleistung zu hängen. Kandidaten Frahn, Morys und sogar neuerdings Teigl.
Und sicherlich auch Rebic, der allerdings ein schweres Standing zu haben scheint. Anfangs mit konditionellen Problemen und mittlerweile wohl eher mit dem Spielsystem hadernd, hat der vor der Saison als einer der Top Zugänge (Leihe aus Florenz) propagandierte Stürmer momentan noch sehr wenig Einsatzzeit auf seinem Konto. Erst 2 Einsätze mit um die 20 Minuten lassen natürlich wenig Raum zur Entfaltung. "Wenig Defensivarbeit", "Wenig Teamplay" waren so in etwa die Kommentare bei den Fans, wobei die Frage ist, wie viel Teamplay man den ziemlich durchwachsenen Spielen gegen Frankfurt und Düsseldorf wirklich zeigen konnte.
Alle Spieler müssen unter Zorniger auch akzeptable Defensivarbeit leisten, jedoch dürfte das Heidenheim Spiel das wirkliche Problem zeigen. Bei RB Leipzig hat man eine gute Defensive, man hat ein funktionierendes Pressing System, in dem genug Bälle gewonnen werden und man hat auch Spieler, die den Ball gefährlich bis in den Strafraum bringen. Was momentan jedoch fehlt, ist ein Vollstrecker neben dem spielerisch starken Poulsen.
Ob Rebic solch ein Vollstrecker ist? Nicht zu sagen. Durchwachsene Einsätze in Florenz, viele Verletzungen, zu wenig Einsatzzeiten in Leipzig. Ein Automatismus ergibt sich allein aus seinen Einsätzen und der Nationalelf sicher nicht. Aber es ist auch kein anderer ersichtlich, der diese Position einnehmen kann. Frahn & Morys spielen sicher auf gutem Niveau haben aber so ihre Probleme mit der 2. Bundesliga. Teigl ist wohl nur gegnerabhängig einsetzbar und nach seinen guten Leistungen als Außenverteidiger dort wohl auch besser aufgehoben. Blieben noch unsere jungen Talente Palacios und seit neuesten wohl auch Nattermann, die jedoch wohl erst einmal als Joker ihre Qualitäten beweisen müssten.
Vielleicht schafft es ja der nun wieder genesene Boyd den Platz für sich zu beanspruchen. Aber auch bei ihm sind die Erwartungen mittlerweile übermächtig und es wird zumindest schwierig, diese sofort zu bedienen. Man darf gespannt sein wie schnell ihn der Trainer auf den Platz lässt, um sich zu beweisen.
Bis zur Winterpause werden alle wohl noch Chancen bekommen. Wer bis dahin nicht zu den Top Spielern auf der Stürmerposition gehört, dem stehen wohl Probleme bevor. Denn die erste Winterpause nach einem Aufstieg wird auch die erste Möglichkeit sein, den Kader zu verschlanken und notwendige Korrekturen vorzunehmen.
Vorschau RB Leipzig - 1. FC Heidenheim 1846
Sonntag, 5. Oktober 2014
Es ist selten, das Leipzig eine Vorgeschichte mit einem Gegner verbindet. Meist sind es in der noch jungen Vereinsgeschichte unbeschriebene Blätter, die erst noch mit Erinnerungen gefüllt werden müssen.
Nicht so beim Gegner am heutigen Montag. An Heidenheim, den Überflieger aus der 3. Liga Saison dürften sich wohl alle RB Fans zur Genüge erinnern. Die Mannschaft rund um Mittelfeld Guru Marc Schnatterer, der immer einen Blick für den entscheidenden, tödlichen Pass besitzt und gern auch mal selbst zum Goalgetter mutiert, war damals nicht zu stoppen. 1:1 trennte man sich im Spitzenduell.
Nun ist es wieder ein Topspiel, nur eine Liga höher. Der 4. gegen den 6., dieses Mal mit Vorteil Rasenballsport, jedoch beide in Schlagdistanz zur Tabellenspitze.
Viel hat sich am Spiel der Heidenheimer nicht geändert. Immer noch bevorzugt man eine sehr offensive Spielweise, immer noch zieht Schnatterer seine Kreise und bringt es diese Saison in 8 Spielen auf nicht weniger als 7 Tore und 4 Vorlagen. Im Gegensatz zum letzten Jahr schickt sich jedoch ein weiterer Spieler an ihm die Krone als Top Torjäger des Vereins abzujagen. Stürmer Florian Niederlechner trumpfte bisher ebenfalls mit sieben Toren und vier Vorlagen auf und schoss damit in den bisherigen acht Spielen so viel Tore wie in der kompletten letzten Saison. Beide Spieler möglichst vor dem Tor zu stoppen wird eine harte Aufgabe für unsere Defensive, die jedoch nicht umsonst mit nur 6 Gegentoren zu den besten der Liga gehört.
Bei den Roten Bullen dürfte sich wenig an der Aufstellung ändern. Der wieder genesene Coltorti stand am Sonntag wieder im Tor der U23, was Bellot weiterhin den Platz des Torhüters einbringt. Auch die Nachwuchsstürmer Nattermann und Palacios holten sich dort weitere Praxis vor den Augen von Alexander Zorniger, der dem Spiel beiwohnte.
Es wird demnach wohl wieder eine Variante des 4-3-1-2 geben. Das größte Fragezeichen bleibt natürlich Poulsen, der immer noch leicht angeschlagen ist. Sollte er nicht spielen, dürfte Teigl wieder im Sturm auflaufen, doch selbst wenn er spielt, gäbe es grundsätzlich diese Option. Wäre nicht schön für Kapitän Daniel Frahn, doch Zorniger stellt das Ziel im Normalfall über persönliche Befindlichkeiten.
Bleibt vielleicht noch zu erwähnen, dass auch die Heidenheimer Fans "boykottieren" wollen. Jetzt wird sich der ein oder andere vielleicht anhand der Erinnerungen an das sehr überschaubare Aufkommen im Gästeblock fragen, wer da denn fernbleiben möchte, dieses Mysterium kann jedoch kaum gelöst werden. Klar ist nur das es wohl keine Probleme geben sollte ein Alternativprogramm auf die Beine zu stellen. Ein kleiner Garten mit Kofferfernseher dürfte wohl ausreichend Platz für alle boykottwilligen bieten.
Nicht so beim Gegner am heutigen Montag. An Heidenheim, den Überflieger aus der 3. Liga Saison dürften sich wohl alle RB Fans zur Genüge erinnern. Die Mannschaft rund um Mittelfeld Guru Marc Schnatterer, der immer einen Blick für den entscheidenden, tödlichen Pass besitzt und gern auch mal selbst zum Goalgetter mutiert, war damals nicht zu stoppen. 1:1 trennte man sich im Spitzenduell.
Nun ist es wieder ein Topspiel, nur eine Liga höher. Der 4. gegen den 6., dieses Mal mit Vorteil Rasenballsport, jedoch beide in Schlagdistanz zur Tabellenspitze.
Viel hat sich am Spiel der Heidenheimer nicht geändert. Immer noch bevorzugt man eine sehr offensive Spielweise, immer noch zieht Schnatterer seine Kreise und bringt es diese Saison in 8 Spielen auf nicht weniger als 7 Tore und 4 Vorlagen. Im Gegensatz zum letzten Jahr schickt sich jedoch ein weiterer Spieler an ihm die Krone als Top Torjäger des Vereins abzujagen. Stürmer Florian Niederlechner trumpfte bisher ebenfalls mit sieben Toren und vier Vorlagen auf und schoss damit in den bisherigen acht Spielen so viel Tore wie in der kompletten letzten Saison. Beide Spieler möglichst vor dem Tor zu stoppen wird eine harte Aufgabe für unsere Defensive, die jedoch nicht umsonst mit nur 6 Gegentoren zu den besten der Liga gehört.
Bei den Roten Bullen dürfte sich wenig an der Aufstellung ändern. Der wieder genesene Coltorti stand am Sonntag wieder im Tor der U23, was Bellot weiterhin den Platz des Torhüters einbringt. Auch die Nachwuchsstürmer Nattermann und Palacios holten sich dort weitere Praxis vor den Augen von Alexander Zorniger, der dem Spiel beiwohnte.
Es wird demnach wohl wieder eine Variante des 4-3-1-2 geben. Das größte Fragezeichen bleibt natürlich Poulsen, der immer noch leicht angeschlagen ist. Sollte er nicht spielen, dürfte Teigl wieder im Sturm auflaufen, doch selbst wenn er spielt, gäbe es grundsätzlich diese Option. Wäre nicht schön für Kapitän Daniel Frahn, doch Zorniger stellt das Ziel im Normalfall über persönliche Befindlichkeiten.
Bleibt vielleicht noch zu erwähnen, dass auch die Heidenheimer Fans "boykottieren" wollen. Jetzt wird sich der ein oder andere vielleicht anhand der Erinnerungen an das sehr überschaubare Aufkommen im Gästeblock fragen, wer da denn fernbleiben möchte, dieses Mysterium kann jedoch kaum gelöst werden. Klar ist nur das es wohl keine Probleme geben sollte ein Alternativprogramm auf die Beine zu stellen. Ein kleiner Garten mit Kofferfernseher dürfte wohl ausreichend Platz für alle boykottwilligen bieten.
| Datum/Zeit | Montag, 06.10.2014, 20:15 Uhr |
| Gegner | 1. FC Heidenheim |
| Marktwert des Gegners* | 9,85 Mio |
| Liga | 2. Bundesliga |
| Spielort | Red Bull Arena |
| Trainer des Gegners | Frank Schmidt (seit 09/2007) |
| TV & Stream | Sky Bundesliga Sport1 |
| Audio | Bullenfunk.fm Sport1.fm |
| Ticker | Liveticker Liveticker (Twitter) |
Volle Offensive
Sonntag, 28. September 2014
Das Spiel in Düsseldorf ist vorbei und der Sprung an die Tabellenspitze ist verpasst. Ein Unentschieden in einer der Spitzenbegegnungen der 2. Bundesliga.
Dabei kann man in Leipzig durchaus gut mit diesem Punkt leben, der sicher auch einer taktischen Finesse des Trainers zu verdanken ist. Sicher mussten sich nicht wenige Fans die Aufstellung zum Spiel mehrfach durchlesen, um sie zu glauben. Die Meldung, das Poulsen für das Spiel ausfällt war gerade erst eingetrudelt und man ging wohl vom typischen Frahn/Morys Sturm aus.
Doch Zorniger hatte anderes im Sinn und schickte den mittlerweile zum Außenverteidiger umgeschulten Teigl mit Morys in den Sturm. Das Spiel begann dann auch etwas defensiver als gewohnt, den Ausgleich dafür sollten die zwei pfeilschnellen Spitzen bilden. Nach kurzen Abtasten beider Mannschaften zahlte sich dieses Tempo auch aus. Minute 15, ein langer Pass auf Morys, der flankt auf Teigl und als hätte er nie etwas anderes getan, versenkt dieser den Ball gekonnt im Tor.
Es blieb bis zur Halbzeit ein kraftintensives, schnelles Spiel zweier offensiver Mannschaften. Nächste Schlüsselszene erst in Minute 60. Leipzig bekommt den Ball im eigenen Strafraum nicht weg, der Ball landet nach mehreren Positionen auf den gerade erst eingewechselten Pohjanpalo und dieser besorgt den Ausgleich, 1:1. Wollte man sich gerade noch über das Tor ärgern, kam man kaum dazu. Wieder ein langer Ball auf Teigl und dieser beweist, warum er der momentan drittschnellste Spieler der Liga ist. Danach noch ein gekonnter Torabschluß und schon führte Rasenballsport wieder.
Nun war natürlich Feuer drin. Rebic kam für den ausgepowerten Teigl, Kalmar sollte wohl für Kimmich etwas Sicherheit in der 80. Minute bringen. Doch die Fortuna blieb dran. Ein Pass, bei dem das Umschaltverhalten der Abwehr nicht besonders gut aussah, ein Schuss vom Düsseldorfer Benshop, der auch noch abgefälscht wird und der Ausgleich ist da.
Es blieb beim 2:2 nach einem spannenden Spiel, das durchaus einigen Diskussionsstoff hinterlässt.
Zum einen ist da natürlich die Aufstellung. War es richtig auf Kapitän Daniel Frahn, sowie alle anderen Sturmalternativen zu verzichten? Anhand der zwei Tore von Teigl sollte sich dies natürlich selbst bestätigen. Aber auch taktisch war es keine schlechte Idee. Düsseldorf, offensiv schnell und effektiv, ohne Poulsen nicht nur mit dem klassischen Spiel am Boden zu begegnen, sondern auch zwei Spitzen aufzustellen, die durchaus auch mit langen Bällen anhand ihrer immensen Schnelligkeit umgehen können, war am Ende wohl eines der Hauptkriterien für den gewonnenen Punkt. Es ist nicht zu erwarten, dass man Teigl jetzt aktiv zum Stürmer macht, man hat jedoch gesehen, dass seine neue Position als Außenverteidiger seinen Offensivqualitäten nicht geschadet hat.
Ein weiteres Thema das die Diskussionen erhitzt ist Rebic. Nun, ich verstehe die Intension einiger, halte den Ansatz der Diskussion aber für gänzlich falsch. Zorniger hat es kürzlich auf den Punkt gebracht. Rebic muss eine Zeit haben, um auf einem Level zu trainieren und weiterzukommen. Würde er jetzt dauerhaft, immer wieder zurückgeworfen, könnte das sicherlich nichts werden. Steht er jedoch zur Verfügung, muss er vor allem Spielzeit sammeln. Mich erinnern die Argumente etwas an die anfänglichen Argumente zu Poulsen. Da war man schnell mit "nicht mannschaftdienlich" oder "zu wenig Defensivarbeit" bei der Hand. Und dieser hatte jeweils eine 90-Minuten-Spielzeit. Am Ende wird sich aber auch die Leistung von Rebic nicht darin messen, ob er hinten einen Ball wegschlägt, sondern wie effektiv er vor dem Tor ist. Denn trotz aller Vorwärtsverteidigung und allem Umschalttechniken, am Ende zählt für die Stürmer die Effektivität vor dem Tor. Um diese einzuschätzen, müsste man Rebic aber erst wesentlich länger im Spiel gesehen haben, 20 Minuten Einsätze sind da wenig aussagekräftig.
Dabei kann man in Leipzig durchaus gut mit diesem Punkt leben, der sicher auch einer taktischen Finesse des Trainers zu verdanken ist. Sicher mussten sich nicht wenige Fans die Aufstellung zum Spiel mehrfach durchlesen, um sie zu glauben. Die Meldung, das Poulsen für das Spiel ausfällt war gerade erst eingetrudelt und man ging wohl vom typischen Frahn/Morys Sturm aus.
Doch Zorniger hatte anderes im Sinn und schickte den mittlerweile zum Außenverteidiger umgeschulten Teigl mit Morys in den Sturm. Das Spiel begann dann auch etwas defensiver als gewohnt, den Ausgleich dafür sollten die zwei pfeilschnellen Spitzen bilden. Nach kurzen Abtasten beider Mannschaften zahlte sich dieses Tempo auch aus. Minute 15, ein langer Pass auf Morys, der flankt auf Teigl und als hätte er nie etwas anderes getan, versenkt dieser den Ball gekonnt im Tor.
Es blieb bis zur Halbzeit ein kraftintensives, schnelles Spiel zweier offensiver Mannschaften. Nächste Schlüsselszene erst in Minute 60. Leipzig bekommt den Ball im eigenen Strafraum nicht weg, der Ball landet nach mehreren Positionen auf den gerade erst eingewechselten Pohjanpalo und dieser besorgt den Ausgleich, 1:1. Wollte man sich gerade noch über das Tor ärgern, kam man kaum dazu. Wieder ein langer Ball auf Teigl und dieser beweist, warum er der momentan drittschnellste Spieler der Liga ist. Danach noch ein gekonnter Torabschluß und schon führte Rasenballsport wieder.
Nun war natürlich Feuer drin. Rebic kam für den ausgepowerten Teigl, Kalmar sollte wohl für Kimmich etwas Sicherheit in der 80. Minute bringen. Doch die Fortuna blieb dran. Ein Pass, bei dem das Umschaltverhalten der Abwehr nicht besonders gut aussah, ein Schuss vom Düsseldorfer Benshop, der auch noch abgefälscht wird und der Ausgleich ist da.
Es blieb beim 2:2 nach einem spannenden Spiel, das durchaus einigen Diskussionsstoff hinterlässt.
Zum einen ist da natürlich die Aufstellung. War es richtig auf Kapitän Daniel Frahn, sowie alle anderen Sturmalternativen zu verzichten? Anhand der zwei Tore von Teigl sollte sich dies natürlich selbst bestätigen. Aber auch taktisch war es keine schlechte Idee. Düsseldorf, offensiv schnell und effektiv, ohne Poulsen nicht nur mit dem klassischen Spiel am Boden zu begegnen, sondern auch zwei Spitzen aufzustellen, die durchaus auch mit langen Bällen anhand ihrer immensen Schnelligkeit umgehen können, war am Ende wohl eines der Hauptkriterien für den gewonnenen Punkt. Es ist nicht zu erwarten, dass man Teigl jetzt aktiv zum Stürmer macht, man hat jedoch gesehen, dass seine neue Position als Außenverteidiger seinen Offensivqualitäten nicht geschadet hat.
Ein weiteres Thema das die Diskussionen erhitzt ist Rebic. Nun, ich verstehe die Intension einiger, halte den Ansatz der Diskussion aber für gänzlich falsch. Zorniger hat es kürzlich auf den Punkt gebracht. Rebic muss eine Zeit haben, um auf einem Level zu trainieren und weiterzukommen. Würde er jetzt dauerhaft, immer wieder zurückgeworfen, könnte das sicherlich nichts werden. Steht er jedoch zur Verfügung, muss er vor allem Spielzeit sammeln. Mich erinnern die Argumente etwas an die anfänglichen Argumente zu Poulsen. Da war man schnell mit "nicht mannschaftdienlich" oder "zu wenig Defensivarbeit" bei der Hand. Und dieser hatte jeweils eine 90-Minuten-Spielzeit. Am Ende wird sich aber auch die Leistung von Rebic nicht darin messen, ob er hinten einen Ball wegschlägt, sondern wie effektiv er vor dem Tor ist. Denn trotz aller Vorwärtsverteidigung und allem Umschalttechniken, am Ende zählt für die Stürmer die Effektivität vor dem Tor. Um diese einzuschätzen, müsste man Rebic aber erst wesentlich länger im Spiel gesehen haben, 20 Minuten Einsätze sind da wenig aussagekräftig.
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