FC St. Pauli - RB Leipzig

Samstag, 13. Februar 2016



©Red Bull GmbH and GEPA pictures GmbH


Aufstellung

Gulacsi 
Klostermann, Orban, Compper, Jung 
Demme, Ilsanker,
Sabitzer, Kaiser, Forsberg
Poulsen.

Wie erwartet, bis auf den verletzungsbedingten Torwartwechsel keinerlei Änderung in der Startelf.

Spielverlauf

Tore
(8. Minute) 1:0 Rzatkowski

Wechsel RB Leipzig
(61. Minute)  Selke für Kaiser
(61. Minute)  Bruno für Demme
(81. Minute) Quaschner für Orban

Wechsel FC St. Pauli
(78. Minute) Dudziak für Alushi
(84. Minute) Picault für Sobota
(91. Minute) Davidson für Nehrig

Statistik

FC St. PauliRB Leipzig
Tore10
Torschüsse1629
Ballbesitz40%60%
Angek. Pässe58%77%
Gew. Zweikämpfe53%47%
Laufleistung (km)117,4119,2
Sprints188 185
Fouls1522

Fazit

Mehr als 6 Siege sollten es auch dieses Mal nicht in Serie sein. St. Pauli ist kein guter Gegner für uns und das, obwohl es gestern wohl genug Möglichkeiten zum Sieg gab. Doch die Chancenverwertung war, da muss man nichts beschönigen, sicher katastrophal.

Doch nicht nur dieses offensichtliche Manko war für den Punktverlust verantwortlich. Das man sich in den ersten Minuten vom Gegner überrumpeln ließ, zeugt zum Beispiel auch davon, wie fragil das neue Leipziger System noch ist. Auf das Pressing und den Druck auf das eigene Tor, reagierte man mit eigenen Versuchen von schnellem Offensivfußball. Das klingt auf den ersten Blick vielleicht gut, hat aber den Nachteil das jeder Ballverlust, den Offensivdruck des Gegners beflügelt.

Besser wäre es wohl gewesen, Ruhe ins Spiel zu bringen. Die Bemühungen St. Paulis auf einen frühen Treffer mit Ballbesitz zu kontern, notfalls eben damit, den Ball in den eigenen Reihen zirkulieren zu lassen. Wie immer bei einer solchen Reaktion, würde es mich interessieren, wie der Trainer die Mannschaft auf dieses Szenario, das zu erwarten war, vorbereitet hat. War es Taktik oder eher die Reaktion der Mannschaft?

Eine weitere nicht funktionierende Facette waren die Wechsel. Ralf Rangnick mag es ja, alles oder nichts zu spielen. Mit noch mehr Offensivkraft, zu versuchen ein Ergebnis zu drehen. Nur funktionierte es gestern nicht nur nicht, es schwächte auch die Mannschaft. Zum einen wurde das Aufbauspiel entscheidend schlechter, nachdem Kaiser vom Spielfeld gegangen war, zum anderen blockierten sich die Stürmer gegenseitig. In sehr vielen Situationen stand man so eng im Strafraum, das die eigenen Mitspieler eher wie zusätzliche Verteidiger wirkten, die eine gute Tormöglichkeit eher erschwerten.

Unsere Offensivspieler mögen auf ihren Positionen variieren, doch wenn es immer mehr werden, funktioniert dies nun einmal eher schlecht. Zu viele stehen auf einem Punkt, aber dort wo ein Ball nach einer Abwehr nach außen springen könnte oder wo ein fehlgeleiteter Schussversuch abgefangen werden könnte, dort stand leider niemand.

Trotzdem muss man jetzt sicher nicht den Kopf in den Sand stecken. Es wurden klare Chancen herausgespielt und über große Strecken des Spieles stand auch die Abwehr sicher. Auch wenn das Ergebnis nicht stimmt, irgendwann hat man halt solche Tage im Fußball.

Sonstiges

Ziemlich chaotisch alles irgendwie am Millerntor. Nun, zugegeben, Leipzig gegen St. Pauli ist trotz des ausverkauften Stadions sicher kein Hochrisikospiel, somit musste man sich nicht zwingend mit Fantrennungen befassen.

Mit was man sich aber hätte befassen können, war die Verteilung im Gästeblock. Der Sitz und der Stehbereich sind normal über eine Treppe verbunden und baulich nicht getrennt. Kein Problem, solange irgendjemand die grundlegenden Wege im Stehbereich freihält. Nur tat dies niemand. Jede Menge Fans mit Sitzplatzkarten dachten sich demnach "Stehplatz ist eh geiler" und so gab es nicht einen freien Platz, von Wegen oder Treppen ganz zu schweigen. Unten standen ein paar wenige, völlig überforderte Ordner, die wahrscheinlich einfach froh waren als das Spiel vorbei war.
Ja, bis auf ein paar einzelne, die im Gedränge kurz aneinander gerieten, ist nichts passiert und es war eine gute Stimmung im Block. Trotzdem ist so etwas vom Sicherheitskonzept her durchaus fragwürdig.



Vorschau FC St. Pauli - RB Leipzig

Donnerstag, 11. Februar 2016



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Der Einstand ist geglückt, der "Fluch" der schlechten Starts nach Winterpausen damit gebrochen. Doch schon steht die nächste Aufgabe an und es geht Richtung Norden zum FC St. Pauli.

Jeder erinnert sich sicher an die zwei letzten Niederlager der Leipziger gegen eben Jene. 0:1 verlor man in der Red Bull Arena, die Niederlage auswärts in der letzten Saison besiegelte jegliche verbliebene Aufstiegshoffnung.

Auch dieses Mal geht es für beide um viel. Für St. Pauli endete das Jahr 2015 denkbar schlecht mit einer Heimniederlage gegen den KSC. Mit ihrem Auftaktsieg am vorigen Spieltag in Fürth schöpft man jedoch wieder zaghafte Hoffnung auf den Relegationsplatz. Bei nur 3 Punkten Rückstand auf Nürnberg sollte dafür ein Sieg her, doch die Roten Bullen werden wohl alles daran setzen dies zu verhindern.

Die 6 Punkte Vorsprung als Tabellenführer erscheinen komfortabel und doch sind es noch viel zu viele Spiele für Leichtsinn. Viele Hürden sind vor dem Aufstiegsziel noch zu nehmen, unter anderem auch das Duell gegen den direkten Verfolger, ebenfalls auswärts. Rein statistisch gesehen, sind wir nach 6 Siegen an einem kritischen Punkt. Seit dem Aufstieg in die Regionalliga hielt nie eine Siegesserie länger. Ob das nun wirklich etwas zu bedeuten hat, kann jeder für sich selbst entscheiden.

FC St. PauliRB Leipzig
Tabelle41
Tore2433
Gegentore2018
Ballbesitz51%49%
Gew. Zweikämpfe49%48%
Fouls283345

Vom Kader kann Rangnick weiterhin beinahe aus dem Vollen schöpfen. Nur die Coltorti Verletzung trübt das Gesamtbild etwas. Jedoch ist Gulacsi auch nach Leipzig gewechselt um die Nr. 1 im Tor zu werden, jetzt hat er die große Chance sich mindestens ein paar Wochen zu beweisen und diese Ambition zu untermauern. Auch für Halstenberg dürfte es knapp werden. Rangnick war für dessen Einsatz noch kritisch, somit kann man durchaus erwarten, dass Anthony Jung am Freitag Abend aufläuft. Da dessen Leistung gegen Braunschweig auch sehr gut war, gibt es auch kaum etwas, was dagegen sprechen würde.

Aufpassen muss man im Spiel sicherlich auf Thy. Der Stürmer vom FC St. Pauli ist weiterhin in bestechender Form. Trotzdem wird Ralf Rangnick wohl keinen speziellen Bewacher für ihn abstellen und das durchaus zurecht. St. Pauli spielt ein durchaus variables System. Bei gegnerischen Ballbesitz lässt man sich tief fallen und versucht die Spielsituationen damit möglichst kompakt zu lösen. Hat man selbst den Ball, unterstützen die Außenverteidiger das Offensivspiel und bieten so weitere Optionen. Allein schon deshalb macht es wenig Sinn sich zu sehr auf einen Spieler zu fixieren.

Bleibt nur zu sagen, dass uns sicherlich ein Spiel zweier starker Mannschaften erwartet. In der Vergangenheit neutralisierten sich solche Mannschaften auch schon einmal. Hoffen wir, das die Mannschaft von RasenBallsport ihr zuletzt konsequent durchgezogenes Ballbesitzspiel auch gegen St. Pauli durchziehen kann. Für den angemessenen Rahmen ist gesorgt, das Spiel ist ausverkauft samt Gästekontingent. Auch wenn St. Pauli sicher größere Anziehungskraft hat, als so manch anderer Gegner, für ein Freitagsspiel durchaus eine respektable Leistung.

Damit alle auf zur Kaperfahrt nach St. Pauli! 3 Punkte entführen!

Datum/ZeitFreitag, 12.02.2016, 18:30 Uhr
GegnerFC St. Pauli
Marktwert des Gegners*14,65 Mio
Liga2. Bundesliga
SpielortMillerntor Stadion
(29.546 Plätze)
Trainer des GegnersEwald Lienen (seit 12/2014)
TV & StreamSky Bundesliga
AudioBullenfunk.fm
Sport1.fm
TickerLiveticker
Liveticker (Twitter)

RB Leipzig - Eintracht Braunschweig

Montag, 8. Februar 2016


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Aufstellung

Coltorti 
Klostermann, Orban, Compper, Jung 
Demme, Ilsanker,
Sabitzer, Kaiser, Forsberg
Poulsen.

Compper hatte sich für die Startelf gegen Nukan durchgesetzt und Davie Selke musste das Spiel von der Bank aus betrachten. Keine schöne Situation für beide, aber bei dem aktuellen, hochkarätig besetzten Kader auch kein Weltuntergang. Ralf Rangnick sprach später von einem "Long-Face-Day" für einige Spieler.

Die betreffenden werden schon noch Ihre Chancen erhalten und natürlich steht der Aufstieg für alle im Vordergrund.

Spielverlauf

Man musste nicht lang warten um die grundlegenden, taktischen Ausrichtungen der beiden Mannschaften zu erkennen. Braunschweig fokussierte sich auf die Defensive und wollte daraus, möglichst mit schnellen Kontern, Akzente setzen.

Doch anders als vielleicht gedacht drückte die Leipziger Mannschaft in einer Seelenruhe, die man fast schon als Krönung des neuen Ballbesitzfußballs ansehen könnte. Vorbei die Zeiten, als die Sekundenanzahl bis zum Tor zählte oder Querpässe verpönte waren. Man behielt die Spielkontrolle, testete die gegnerische Defensive auf Lücken, war sich im Zweifelsfall aber auch nicht zu schade, bei ungünstiger Spielsituation den Rückpass zu suchen. Auf diese Weise kam man immer wieder nah an das Braunschweiger Tor und konnte individuelle Stärken ausspielen.

Auffällig auch in der ersten Hälfte, das die Standards nun ein gefährliches Mittel geworden sind. Und ein Standard war es auch, der das erste Tor einleitete. 24. Spielminute, Kaiser bringt eine Ecke zum Elfmeterpunkt, Poulsen lässt durch und Forsberg zieht unhaltbar ab, 1:0.

Ein Sinnbild für eine gut durchdachte Standardtaktik. Die gegnerischen Abwehrspieler fokussieren sich notwendigerweise stark auf unseren Mittelstürmer, in dem Sinne auf Poulsen, dadurch hatten die anderen Offensivspieler Raum zur Entfaltung.

Braunschweig danach etwas durch den Wind. Die Spieler schienen auf dem Platz nicht genau zu wissen, was nun die beste Taktik wäre. Weiter auf Konter spielen? Oder doch offensiver zu Werke gehen. Es wurde eine Art Zwischenlösung, die nur wenig erfolgsversprechend war. In dieser Phase jedoch eine weitere Schlüsselszene. 27. Minute, Freistoß Braunschweig. Coltorti stürmt aus dem Tor, Braunschweigs Decarli versucht den Ball zu verwerten, beide prallen zusammen und bleiben liegen. Beide Spieler mussten ärztlich versorgt werden, waren aber glücklicherweise ein paar Minuten später wieder auf den Beinen.

Dann die 30. Spielminute. Die Roten Bullen setzten den Gegner zu dieser Zeit wieder unter Druck und provozierten eine Unsicherheit des Gegners nach der anderen. Anthony Jung mit einem langen Freistoß, der Braunschweiger Torwart lässt unsicher abprallen und Marvin Compper steht genau richtig. 2:0.

Perfektes Ergebnis. Unschön, dass sich nur 3 Minuten später der Verdachts aus der 27. Minute bestätigte. Coltorti verließ verletzt den Platz und Gulacsi kam für ihn ins Spiel. Bis zur Pause wurde er wenig gefordert und es bliebt auch beim 2:0.

Wer dachte, aus der Dominanz würden sich noch weitere Tore ergeben, wurde leider enttäuscht. Es blieb bei der Leipziger Dominanz, der Spielaufbau litt jedoch in der 2. Hälfte merklich. Ein paar Mal kam man noch vor das gegnerische Tor, viel mehr sicherte man jedoch den Sieg ab. Kurz vor Schluss bekamen Khedira und Quaschner noch ein paar Spielminuten, dann endete das Spiel auch mit dem 2:0

Statistik

RB LeipzigEintracht Braunschweig
Tore20
Torschüsse154
Ballbesitz58%42%
Angek. Pässe75%60%
Gew. Zweikämpfe60%40%
Laufleistung (km)118,9115,5
Sprints228 211
Fouls1522

Bester Spieler

Erwähnenswert in dieser Kategorie ist für mich auf jeden Fall Poulsen. Er konnte sich leider nicht für seine Leistung mit einem Tor belohnen, tat aber sehr viel für das Spiel und seine Uneigennützigkeit trug ja auch zum Führungstreffer bei. Es ist klar zu sehen, das er sich in dieser Saison durchaus entwickelt hat. Warf man ihm in früheren Zeiten oft vor, sich wenig am Spielaufbau oder gar der Defensivleistung zu beteiligen, war er im gestrigen Spiel quasi überall. Er nahm den gegnerischen Spielern in der Defensive den Ball ab, leitete Spielzüge ein und versuchte sich natürlich auch selbst in der Spitze. Einige Chancen hatte er für den eigenen Torerfolg, wird sicherlich in den nächsten Spielen noch klappen.

Die Krone für den besten Spieler geht für mich jedoch an Anthony Jung, nicht zuletzt, weil seine bisherigen Saisonleistungen ihm nicht selten Kritik einbrachten. Neben dem extrem starken Halstenberg wirkte er zeitweise chancenlos. Doch seine gestrige Leistung war hochwertig, sowohl was die defensive Leistung anbelangt als auch die Akzente im Spiel nach vorn. Und wohl in der Kategorie zu sehen, die man sich nach seiner Vertragsverlängerung vorige Saison von ihm erhoffte.


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Fazit

Ein ungefährdeter, dominanter Sieg. Ein Start nach der Winterpause hätte sicherlich denkbar schlechter laufen können. Nicht ganz klar ist, warum man nach dem 2:0 nicht genauso ruhig und strukturiert weiter spielte. Klar bot der Vorsprung Sicherheit für eine Offensive, doch wahrscheinlich wären sogar mehr Torchancen aus der Spielweise vom Spielstart herausgesprungen.

Das schöne im Fußball ist, das man ihn nicht neu erfinden kann, auch nicht muss. Das Spielsystem, was gestern zum Erfolg führte ist sicherlich kein revolutionär Neues. Ich würde es ein wenig mit Bayern München vergleichen, deren Spielweise auch nicht darauf getrimmt ist, unbedingt die Torchancen / Minute Marke zu erhöhen. Stattdessen spielt auch der Rekordmeister konsequent auf Ballbesitz, drückt auf die gegnerische Abwehr und nutzt jeden Fehler für eine Tormöglichkeit. So könnte man auch das gestrige Spiel beschreiben, zumindest in weiten Strecken der ersten Hälfte.

Auch der Abwehr tut das präzisere Spiel sichtlich gut. Ein paar Mal habe ich sicher noch den Atem angehalten, als sich Compper als letzter Mann in einen offensiven Zweikampf eingeschaltet hat, doch mittlerweile wirkt dort wohl auch die Eingespieltheit und es findet sich sehr schnell jemand, der stattdessen nach hinten absichert.

Kurz gesagt, so kann es weiter gehen.

Sonstiges

Eine sehr schöne Verabschiedung von Tim Sebastian. Man merkte, dass er gern in Leipzig geblieben wäre, hätte es die sportliche Perspektive hergegeben. Auch für die Fans war es ein durchaus besonderer Moment im Stadion.

Es ist schwer zu sagen, wie die Zukunft von Fußballern nach ihrer aktiven Laufbahn aussieht und sicher möchte Tim noch einige Zeit aktiv spielen. Aber vielleicht ergibt sich ja doch später einmal die Gelegenheit für irgendeine weitere Zusammenarbeit mit dem Verein. Die Fans wären dem sicher nicht abgeneigt.


Vorschau RB Leipzig - Eintracht Braunschweig

Freitag, 5. Februar 2016



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Die Winterpause ist zu Ende und die Saison kann somit endlich weiter gehen. Keine Neuzugänge gab es bei RB Leipzig zu verzeichnen, nur zwei Abgänge. Zum einen wäre da Tim Sebastian, wodurch aus dem 4 Kampf in der Innenverteidigung ein Dreikampf wird. Was wohl weniger dramatisch ist, als es klingt. Denn zur Not, sollte man mehrere Ausfälle haben, können auch noch andere Spieler wie Klostermann oder Ilsanker diese Position ausfüllen. Der zweite Abgang ist Kalmar als Leihe. Dieser will unbedingt mit Ungarn zur EM. Da in Leipzig die Einsatzchance gering ist, probiert er es somit übergangsweise beim FSV Frankfurt.

Als erster Gegner kommt wieder einmal Eintracht Braunschweig in die Red Bull Arena. 2:0 besiegte man die Braunschweiger diese Saison auswärts und das in der schwierigsten Phase der Saison. Nun könnte man dies fälschlicherweise vielleicht für einen Selbstläufer halten, doch so einfach ist das nicht. Auf der einen Seite fing sich nach dem Heimspiel gegen Leipzig und kletterte auf einen respektablen 5. Tabellenplatz. Selbst der Relegationsplatz scheint in Sichtweite.

Auf der anderen Seite steht der Abgang von Emil Berggreen. 5 Tore und 4 Vorlagen steuerte der Däne bis zur Winterpause bei, nur Khelifi schoss in Braunschweig eines mehr, allerdings ohne selbst ein Tor vorzulegen. Ein Abgang, der sicherlich schwer wiegt, aber Braunschweig auch unberechenbarer macht. Es ist noch unklar, wer am Ende die Position in der Offensive für sich beanspruchen kann. Versuchen wird es sicher ein Rückkehrer, Domi Kumbela. Der 31 jährige war einer der entscheidenden Spieler bei Braunschweigs Ausflug in die Bundesliga, wechselte nach dem Abstieg in die Türkei, hatte dort eine durchwachsene Saison und kehrte daraufhin nach Deutschland zurück, nach Fürth. Dort war er nur verletzt oder nicht im Kader und so kommt er nun nach einer halben Saison zurück nach Braunschweig. Es ist die große Frage, ob er bei der Eintracht wieder zu alter Form aufläuft oder sich seine schwierige Phase fortsetzt.

RB LeipzigEintracht Braunschweig
Tabelle15
Tore3127
Gegentore1815
Ballbesitz54%50%
Gew. Zweikämpfe49%48%
Fouls330332

In Leipzig möchte man gern eine Serie durchbrechen. Die letzten Jahre konnte man im Spiel nach der Winterpause nicht mehr punkten. Vor zwei Jahren scheiterte man dabei zu Hause gegen Burghausen, letztes Jahr war es Zornigers Schicksalsspiel gegen Aue. Wer an Schicksal glaubt, dem dürfte das dunkle Vorzeichen bescheren, alle anderen dürften dies wohl eher als Anekdote betrachten.

Uns erwartet erstmals in der Leipziger Vereinsgeschichte ein Halbserienstart, bei dem es nicht darum geht, ob Neuzugänge schon funktionieren oder mit der Mannschaft harmonieren. Stattdessen können wir darauf zählen, das ein eingespieltes Team auf dem Platz steht. Umkämpft sind vor allem zwei Stellen. Zuerst einmal stellt sich die große Frage, ob Poulsen nun wirklich Selke im Sturm verdrängt hat, oder ob Ralf Rangnick vielleicht sogar wieder einen zweier Sturm probiert. Weiterhin ist der Platz in der Innenverteidigung neben Orban hart umkämpft. Nukan und Compper sind beides gute Kandidaten für den Stammplatz, man wird sehen, wer den Trainer am Ende überzeugt hat.

Nicht dabei sein wird Marcel Halstenberg, der verletzt ausfällt. Bedeutet die nächste Chance für Anthony Jung.

Die Medien erweckten die letzten Tage schon den Eindruck, es könnte nichts mehr schief gehen. Doch die nächsten 15 Spiele werden ein harter Kampf. Es steht dem Verein die wichtigste Rückrunde der Vereinsgeschichte bevor und gerade deswegen ist es auch wichtig das die Spieler auch die bestmögliche Unterstützung bekommen. Die Empfehlung kann deshalb noch stärker als sonst nur lauten: Ab ins Stadion und das Team zu 3 Punkten tragen!

Datum/ZeitSonntag, 07.02.2016, 13:30 Uhr
GegnerEintracht Braunschweig
Marktwert des Gegners*14,45 Mio
Liga2. Bundesliga
SpielortRed Bull Arena
Trainer des GegnersTorsten Lieberknecht (seit 05/2008)
TV & StreamSky Bundesliga
AudioBullenfunk.fm
Sport1.fm
TickerLiveticker
Liveticker (Twitter)

Von 0 auf 100

Sonntag, 31. Januar 2016

Die Winterpause nähert sich dem Ende und die Saison wird am Wochenende endlich fortgesetzt. 15 Spiele, die den Verein und alle Fans vom größten Erfolg überhaupt trennen könnten. Sicherlich ein Grund für einen Hype, doch so wirklich will die Euphorie noch nicht zünden.

Sicherlich einer der Hauptgründe dafür dürfte die ereignislose Spielpause sein. Natürlich gab man sich alle Mühe, mit massig Interviews, privaten Storys oder ein paar kleineren Infos für einen Aufstieg im Sommer nicht ganz so viel lange Weile aufkommen zu lassen. Und doch ist dies natürlich alles nichts gegen die Aufregung und sicher auch die Vorfreude die Top Transfers nach sich ziehen.

Ralf Rangnick pokert hoch mit der Entscheidung, im Winter nicht groß nachzurüsten. Eine eingespielte Mannschaft ist sicher wichtig und es gibt diverse Gründe, die Transfers im Sommer sinnvoller erscheinen lassen. Und doch ist wohl jedem klar, das dieses Vorgehen eine Art "All-In" Variante ist. Geht es gut, hat sein Ruf als Taktik Fuchs eine Facette mehr. Geht es schief... nun denken wir einmal nicht an diese Möglichkeit.

Einer der Vorteile ist sicherlich, dass wir kaum Spieler haben werden, die aus dem Raster fallen. Die Presse versuchte, die Aufstellung für das erste Saisonspiel aus dem Teplice Test herauszulesen, ich würde diesem Spiel nicht allzu viel Wichtigkeit geben. Klar, so gut wie jeder Bundesligatrainer verkündet vor abschließenden Testspielen, dies mit seiner geplanten Stammformation anzugehen. Wichtiger bleibt aber wohl immer die letzte Trainingswoche. Wer dort den Trainer überzeugt ist drin, wer nicht, sitzt halt auf der Bank. Ob demnach nun wirklich Selke zum Joker mutiert, bleibt eher unwahrscheinlich. Sollte Poulsen sich seinen Stammplatz gesichert haben, wird es wohl ziemlich schnell eine Doppelspitze geben.

Kommen wir zu den weiteren Meldungen der Winterpause. So oft wie wir mittlerweile hörten, dass das Stadion ausgebaut werden soll, kann man dies kaum mehr als Neuigkeit sehen. Ja, es kommt nicht morgen und auch nicht im Sommer, aber natürlich plant man diesen Ausbau. Das Potenzial ist da, die Zuschauerzahlen nach einem Aufstieg wären sicher bestens. Aber auch abseits davon ist das Stadion nun einmal eine Art Prestige Projekt. Und die Kapazität ist sicherlich mit großem Prestige verbunden. Auch sollte man bedenken, das sicher weiter an Bereichen für die gut betuchten gebastelt werden wird. Nach offizieller Aussage wird man sich zum Beispiel um den Hospitality Bereich kümmern. Und ob man zukünftig dem Ansturm auf die VIP Tickets, keine weiteren dieser Plätze folgen lassen wird, bleibt abzuwarten. Allgemein gibt ein Stadionausbau jedoch auch die Möglichkeit, an anderer Stelle ein paar Plätze durch Umbauten nebenbei wegfallen zu lassen.

Viel mehr größere Meldungen gab es dann auch nicht. Für den Sommer wird der Verein mit einigen Spielern in Verbindung gebracht und die Bild Zeitung warf mit 200 Millionen für den Sommer um sich. Was für ein Betrag das genau sein soll, bleibt dabei im Dunkeln. Genauso wie die Frage, aus welchem Zusammenhang diese Zahl gerissen wurde. Es darf bezweifelt werden, das bei so vielen Unbekannten und der starken Suche weiterer Sponsoren und Partner schon ein genauer Etatplan für einen möglichen Aufstieg steht. Noch stärker ist zu bezweifeln, dass man die Kosten dort so genau aufschlüsselt, das man sich einen Wert für Ablösesummen deklariert. Maximal könnte ich mir vorstellen, das man sich einen angepeilten Ziel Etat für eine gesamte Saison setzt. In diesem Fall stände aber wohl in den Sternen, ob man den erreicht und eine solch hohe Zahl wäre sicherlich eher ein "Best-Case" Rechnung.

Wie oben geschrieben sorgt dies nicht gerade für eine Euphorie Spirale. Was man auch durchaus im Vorverkauf sieht. Sicherlich, die Werte sind gut und der St. Pauli Wert erstaunlich, aber gerade die Heimspiele scheinen auch nicht gerade auf einen Rekordwert hinauszulaufen.

Und doch, gerade jetzt sollte jeder alles Menschenmögliche in Bewegung setzen, um bei möglichst vielen Spielen dabei zu sein. Egal in welchem Stadion, egal gegen welchen Gegner und auch egal, ob der Ansetzer bei der DFL unserem Verein als Zugpferd keine Wochenendspiele mehr gönnen will. Ja, jeder von uns träumt schon von den großen Gegnern, aber vielleicht ist es das letzte Mal für lange Zeit, das ihr die Möglichkeit habt, einem Pflichtspiel gegen die jetzigen Gegner beizuwohnen. Und ebenfalls Ja, gewinnen muss die Mannschaft auf dem Rasen. Aber wer weiß schon wirklich, was alles Einfluss auf einen Sieg hat. Man versucht Mannschaftssportarten gern in Zahlen und Statistiken zu pressen, aber seien wir ehrlich, es passiert viel mehr, als sich dort herauslesen lässt. War es wirklich so wahrscheinlich das die Mannschaft den Rückstand gegen Duisburg in wenigen berauschenden Minuten umdreht. War es wahrscheinlich, das niemand von der deutschen Nationalmannschaft im Handball viel erwartet und die einfach mal Europameister werden? Sicher nicht. Und vielleicht hat die Euphorie und die Unterstützung in beiden Fällen auch auf beide Resultate eingewirkt.

Vielleicht sitzen irgendwann eure Kinder oder Enkelkinder am Kaminfeuer vor euch, in ihren nagelneuen "Leipziger Triple" Trikots und fragen euch nach eurer Vereins Geschichte. Und dann erzählt ihr davon, wie ihr alle Hebel in Bewegung gesetzt habt, um die Mannschaft gegen alle Widrigkeiten nach der Winterpause mit zum Aufstieg zu tragen. Das hätte doch was.

Also Hintern hoch und Karten kaufen (Oder sitzen bleiben und im Onlineshop buchen) und die Mannschaft in den verbliebenen 15 Spielen zum Aufstieg tragen. Denkt an die ganzen Jahre, in denen die Fans von Bundesliga Vereinen versucht haben, von oben herab über unsere Fanbase zu urteilen. Denkt an die Häme bei den verpassten Aufstiegen. Denkt an die Offiziellen der Bundesligisten, die sich nicht zu fein waren, ihren sprichwörtlichen Senf zu dem Thema zu geben. Wenn Ralf Rangnick mit der Mannschaft wirklich den Aufstieg erringt, sind wir nun am Drücker. Wir können zusehen, wie sich sich an die letzten argumentativen Strohhalme klammern, wie Sie den Untergang des Fußballs prophezeien und verzweifeln. Seit dabei, hofft, bangt und wenn es klappt, genießt es.

Ich werde es auf jeden Fall tun und dabei ... lächeln.


 



Transfergerüchte Übersicht Winter 2015/16

Montag, 25. Januar 2016




Torwart
Defensive
Danilo Soares
Alter24
NationalitätBrasilien
PositionLinker Verteidiger
VereinFC Ingolstadt
Marktwert1,50 Mio*
Tim Sebastian
Alter31
NationalitätDeutschland
PositionInnenverteidiger
VereinSC Paderborn 07
Marktwert450 Tsd*
Caglar Söyüncü
Alter19
NationalitätTürkei
PositionInnenverteidiger
VereinAltinordu
Marktwert250 Tsd*
Lukas Klostermann
Alter19
NationalitätDeutschland
PositionRechter Verteidiger
VereinRB Leipzig
Marktwert1,50 Mio*
Mittelfeld
Naby Keïta
Alter20
NationalitätGuinea
PositionZentrales Mittelfeld
VereinRB Salzburg
Marktwert3,00 Mio*
Stefan Hierländer
Alter24
NationalitätÖsterreich
PositionZentrales Mittelfeld
VereinRB Leipzig
Marktwert400 Tsd*
Julian de Sart
Alter21
NationalitätBelgien
PositionDefensives Mittelfeld
VereinStandard Lüttich
Marktwert2,50 Mio*
Haris Belkebla
Alter21
NationalitätAlgerien
PositionZentrales Mittelfeld
VereinFC Tours
Marktwert600 Tsd*
Zsolt Kalmár
Alter20
NationalitätUngarn
PositionOffensives Mittelfeld
VereinFSV Frankfurt (Leihe)
Marktwert600 Tsd*
Offensive
Karim Onisiwo
Alter23
NationalitätÖsterreich
PositionLinksaußen
VereinSV Mattersburg
Marktwert800 Tsd*
Jonas Hofmann
Alter23
NationalitätDeutschland
PositionRechtsaußen
VereinBor. Dortmund
Marktwert4,00 Mio*
Norbert Balogh
Alter19
NationalitätUngarn
PositionMittelstürmer
VereinDebreceni VSC
Marktwert300 Tsd*
Munir El Haddadi
Alter20
NationalitätSpanien
PositionRechtsaußen
VereinFC Barcelona
Marktwert8 Mio*
Emil Forsberg
Alter24
NationalitätSchweden
PositionLinksaußen
VereinRB Leipzig
Marktwert2,5 Mio*
Branimir Hrgota
Alter22
NationalitätSchweden
PositionMittelstürmer
VereinBorussia Mönchengladbach
Marktwert3,5 Mio*

Zugang
Zugang Gerücht
Abgang Gerücht
Abgang
* Marktwerte von Transfermarkt.de

Kommentar: Emil Forsberg und der Kulturschock

Dienstag, 5. Januar 2016

Als über die Weihnachtstage die Meldungen auftauchten, dass international agierende Vereine an Emil Forsberg interessiert sind, war die Aufregung gerade unter den Fans groß. Forsberg hatte sich erst diese Saison zum Leistungsträger entwickelt, ist sicher ein wichtiger Baustein für den angepeilten Aufstieg.
Und doch blieben Zweifel. Das AS Rom und sogar Klopps Liverpool? Vereine, die im Jahr Summen investieren, für die wir gleich mehrfach unser Trainingszentrum bezahlen könnten. Kann man den Spieler da wirklich halten? Scheinbar um frühzeitig für Beruhigung zu sorgen, meldete sich Vorstandschef Oliver Mintzlaff zu Wort und erklärte Forsberg für "unverkäuflich".
Dies mag für den Moment zutreffen, da man höchstwahrscheinlich an sehr wenigen Spielern dran ist, die schnell mal als Ersatz verpflichtet werden könnten. Im Grunde ist die Diskussion um Forsberg allerdings auch eher ein Vorläufer dessen, was uns in höheren Gefilden erwartet. Gerade vielen Fans dürfte in den nächsten Jahren eine Art Kulturschock bevorstehen.

Seit Vereinsgründung kamen viele Spieler nach Leipzig. Nicht selten warb man anderen Mannschaften Leistungsträger ab, die dann mit großem Medienrummel nach Leipzig wechselten. Aus Leipzig weg gingen allerdings fast ausschließlich Spieler, die aus der Mannschaft fielen. Nur Stefan Kutschke sprang direkt nach oben, in Richtung Wolfsburg. Und vielleicht Kimmich, aber der gehörte uns ja nur übergangsweise. Dies führte dazu, das man bei uns, wie bei kaum einen anderen Bundesligaverein, sehr an längerfristigen Spieler Identitäten hängt. Jeder gute Spieler sollte den Verein möglichst dauerhaft begleiten, gern auch bis zum Karriereende.

Nur leider hat dies wenig mit der Realität im Fußballgeschäft zu tun, denn "unverkäuflich" gibt es dort nicht wirklich. Selbst Stammspieler bei Bayern München oder anderen Top Vereinen der Welt sind nur so lang unverkäuflich, bis jemand die richtige Summe bietet. Und warum auch nicht? Mit Geld kann man Spieler verpflichten und mit einer überhöhten Summe für mehr als nur gleichwertigen Ersatz sorgen. Dies ist, so ehrlich muss man sein, auch einer der Erfolgsfaktoren derjenigen Vereine, die den Spitzenfußball dominieren. Spieler kaufen, entwickeln und verkaufen. Der dadurch entstehende Wirtschaftskreislauf ist gigantisch und erzeugt Summen, die fast schon spielend mit der einiger Investoren mithalten können, die sich mittlerweile auf der Fußballbühne tummeln.

Kommen wir zurück zu Forsberg kamen schnell auch Argumente "RB Leipzig braucht das Geld nicht". Doch dies ist Unsinn. Gerade in Leipzig versucht man sich ja gerade eine möglichst breite Finanzierung zu sichern und natürlich sind Transfererlöse in jeder erfolgsversprechenden Finanzierung ein Muss. Was heißt das nun für die Zukunft? Zuerst einmal wird sich nicht für jeden Leistungsträger jemand finden, der den richtigen Betrag bietet, ein Kader wird in einer Transferzeit nicht komplett auseinandergerissen werden. Aber gerade die Fans müssen sich wohl zukünftig auch damit abfinden, dass Kader nicht für die Ewigkeit gebaut sind. Das es eher Ausnahme als Normalität ist, das Spieler den Verein über endlose Zeiten begleiten. Gerade weil es auch Ligen gibt, die für Bundesliga Verhältnisse Unsummen investieren können. Nahezu jeder erfolgreiche Spieler wird von irgendjemanden umworben werden.

Und wenn ein Leistungsträger dann wirklich einmal geht, ist es nicht wirklich dramatisch. Wichtig ist vor allem zu sehen, ob man auch eine gute Summe erzielen konnte und was man auf dem Transfermarkt denn wiederum so mit dem Geld anstellt.