Arminia Bielefeld - RB Leipzig

Sonntag, 22. November 2015


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Aufstellung

Coltorti 
Klostermann, Orban, Compper, Halstenberg 
Ilsanker, Demme,
Kaiser (C), Sabitzer, Forsberg
Selke.

Keine Überraschungen in der Startelf. Klostermann und Orban kehrten auf ihre angestammten Plätze in der Defensive zurück. Sebastian, Bruno und Gipson saßen dagegen nicht einmal im Flieger nach Bielefeld.

Erster hat natürlich das Problem, das Nukan nun wieder fit ist und sicherlich als Option, in der man viel Potenzial sieht, den Bankplatz für die Innenverteidigung besetzt. Zusätzlich ärgerlich für Tim Sebastian, da dieser am einfachsten über genug Einsätze, wie kurz auch immer, an eine Vertragsverlängerung kommen könnte.

Anders sieht der Fall bei Bruno aus. Dessen Abstinenz ist schon ein schlechtes Zeichen für ihn. Zwar ist die Gefahr auch für ihn groß, bei fast vollständig verfügbaren Kader aus der Auswahl zu fallen. Trotzdem dürfte es für seine Ambitionen ein herber Rückschlag sein. Wenn man einmal bedenkt, wie groß die Euphorie bei seiner Verpflichtung war und das er lt. Pressemeldungen vor seiner Leihe durchaus eine große Stange Geld kostete, sicherlich ein Härtefall.

Überraschend für mich die Nichtnominierung von Gipson. Das Klostermann seine Position zurückbekommt, war durchaus klar. Das es Gipson trotz der letzteren Einsätze nicht einmal auf die Bank schafft ist, dagegen etwas überraschend. Entweder er ist in der Gunst des Trainers schnell gesunken oder man verspricht sich mehr von Spielzeit in der U23.

Spielverlauf

Warum Bielefeld der Favoritenschreck der 2. Bundesliga war, konnte man schon in den ersten Minuten erahnen. Hart geführte Zweikämpfe, kompakte Abwehr. Immer auf einen entscheidenden Fehler des Gegners wartend, um dann schnell per Konter vor das gegnerische Tor zu bekommen. Allerdings auch, ohne sich hinten dabei die Blöße zu geben. Einige gute Angriffe von Leipziger Seite. Selke dabei ein paar Mal in Szene gesetzt, jedoch noch glücklos vor dem Tor. Im Gegenzug ging bei der Arminia viel über Nöthe, der ebenfalls schon die ersten Nadelstiche setzen konnte.

Nach gut 20 Minuten begannen die Bielefelder zu merken, dass der Offensivmotor der Leipziger nicht ganz so rund lief, wie vielleicht erwartet. Man traute sich mehr, ging etwas offensiver zu Werke und erspielte sich so immer mehr Chancen. Coltorti in der ersten Hälfte stark gefordert, musste das ein ums andere Mal Großchancen vereiteln. Und wie immer wenn der Gegner in einer Druckphase ist, litt auch darunter das Leipziger Offensivspiel. Die Mittelfeldspieler beschäftigten sich mehr mit der Abwehr, das Aufbauspiel auch über die Flanken stoppte und die Forsberg und co. mussten selbst weite Wege mit dem Ball gehen. Bielefeld in dieser Phase sicherlich die stärkere Mannschaft, nur die Chancen wollten nicht ins Tor. Man fühlte sich wie in einer verkehrten Welt, da normalerweise Leipzig jene Mannschaft ist, die auf das Tor drückt, aber mit der Chancenverwertung hadert.

Und auch ein weiterer Faktor erinnerte an frühere Leipziger Spiele, denn auch Bielefeld hielt ihre Drangphase nicht bis zur Halbzeit durch. Die letzten Minuten ließ der Druck der Arminia merklich nach, wodurch das Spiel von RasenBallsport auch direkt besser wurde. Einige schöne Kombinationen waren die Folge. Sabitzer, gut von Halstenberg in Szene gesetzt, scheitert leider knapp. Auch Forsberg kann den Ball nicht im Tor versenken. Doch der Erlösung folgte trotzdem, in Form von Davie Selke, der seine Torflaute der letzten Spiele mit dem 1:0 beendete. Gut in Szene gesetzt wurde er dabei von Diego Demme. Ich will nicht schon wieder ein Loblied auf Demme singen, da das in diesem Blog sicherlich schon klingt wie eine hängende Schallplatte, aber für mich einer der wichtigsten Spieler der Saison bisher.

Mit der Führung ging es in die Pause und ohne Wechsel auch wieder aus dieser hinaus. Die Gastgeber mussten nun natürlich handeln und versuchten dies vorerst mit mehr Verlagerung in die Offensive. Leipzig gerade im Mittelfeld dabei durchaus mit Problemen, spätestens bei den Innenverteidigern waren diese Angriffe jedoch zumeist zu Ende und den Rest fischte Coltorti ohne Probleme heraus. Rangnick brachte in der 66. Minute Jung für Forsberg und beruhigte das Spiel damit noch weiter. In der 74. kam dann noch Poulsen für Selke und kurz vor Schluss in der 84. Khedira für Demme.

Doch es blieb dabei. Leipzig schaffte es leider nicht, trotz einiger Chancen den Sieg abzusichern, somit zitterten die Zuschauer sicherlich bei jedem Angriff des Gegners. Doch im Grunde wurde der Sieg verdient bis zum Ziel getragen.

Statistik

Arminia BielefeldRB Leipzig
Tore01
Torschüsse98
Ballbesitz47%53%
Angek. Pässe67%71%
Gew. Zweikämpfe54%46%
Laufleistung (km)113,2119,5
Sprints196214
Fouls1413

Bester Spieler

Ich tue mich zugegeben immer etwas schwer Keeper in dieser Kategorie zu packen. Jeder gehaltene Torschuss ist natürlich immens wichtig für das Spiel, andererseits ist es auch die Aufgabe eines Torwarts auch gut platzierte Bälle abzufangen. Trotz dieser Tatsache liegt Coltorti für mich in dieser Wertung vorn.

Lobend zu erwähnen sicherlich noch Davie Selke. Er hatte nun ein durchaus langes Loch, was eigene Tore angeht. Hier nun das erlösende Tor und auch abseits davon viel Arbeit in der Offensive, durchaus auch selbstlos, um gute Möglichkeiten für andere Spieler zu schaffen.

Fazit

Nach der Niederlage gegen Kaiserslautern war es sicherlich wichtig, in Bielefeld zu punkten. Es war dabei sicherlich nicht das schönste Spiel, was Leipzig diese Saison gespielt hat. Es fehlte auch die Leichtigkeit und die Dominanz im Spiel der letzteren Siege.

Man könnte sicherlich bemängeln, dass der Spielaufbau zeitweise wirklich schlecht war. Viele Lücken, fehlende Geschwindigkeit in entscheidenden Situationen und dazu noch das etwas glücklose Agieren vor dem gegnerischen Tor.

Und doch, ist Kritik meiner Meinung nach fehl am Platz. Ich schreibe diesen Blog nun schon seit der Regionalliga Zeit und eines zieht sich wie ein roter Faden durch die Spielberichte. Umso näher man der Winterpause rückt, umso mehr gibt es nur noch ein Motto "durchhalten!". Wir haben nun den fünftletzten Spieltag vor der Winterpause. In den letzten fünf Spielen der letzten Saison konnten wir gerade einmal einen einzigen Sieg erringen. In der 3. Liga verloren wir am fünftletzten Spiel zu Hause gegen Rostock. Danach konnten wir glücklicherweise noch 3 Siege aus 4 Spielen feiern, es waren jedoch größtenteils Zittersiege gepaart mit Einzelleistungen.

Einige mögen vielleicht auf die Nationalmannschaftseinsätze zeigen, andere auf die junge Mannschaft deuten. Beides ist sicherlich ein Faktor. Doch entscheidend ist wohl viel mehr, das der Aufstiegskampf über eine Halbserie kräfteraubend, wie nichts anderes ist, was man so spielen kann. Man sagt immer gern es wäre der Abstiegskampf. Doch dort befinden sich glücklicherweise oft durchaus einige, die viele Punkte lassen und viele Möglichkeiten lassen, zurückzuschlagen. Im Aufstiegskampf jedoch kann jeder Punktverlust entscheidend sein. Ein Fehler und die Konkurrenz zieht vielleicht schon auf und davon.

Man sieht an unserer Konkurrenz momentan ganz gut, wie schwer es ist, eine starke Saisonleistung über die ganze Halbserie durchzuhalten, somit muss man nun schlichtweg nur noch punkten. Ob es dominante oder dreckige Siege werden. Ob aus dem Spiel oder ins Tor gestolpert, wichtig ist allein die gute Ausgangsposition ins Ziel der Winterpause zu bringen.

Somit lautet auch dieses Jahr wieder die Devise "Durchhalten und Punkten!".

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