Kommentar: Das Ziel und das Spiel mit dem Feuer

Dienstag, 3. Februar 2015

Die Rückrunde steht vor der Tür und der Kader steht. Viele gute Spieler wurden geholt, beachtliche Summen investiert. Man möchte den Durchmarsch durch die zweite Liga wohl mit allen Mitteln erreichen. Und warum auch nicht? Es würde in zukünftigen Jahren nicht zwangsläufig leichter. Wir erleben bisher eine sehr ausgeglichene Liga, bei der außer Ingolstadt niemand wirklich dominant agierte. Und mit dem großen Ziel erste Bundesliga vor der Nase, kann man nur versuchen jede Chance auf den Aufstieg zu nutzen.

Natürlich setzt man sich damit unter Druck. Das Schicksal einiger der handelnden Personen könnte elementar von dem Ergebnis der Rückrunde abhängen. Zu hoch die Investitionen und die damit verbundenen Erwartungen.

Es ist für jeden Verein sicherlich im Winter ungleich schwerer sich zu verstärken. Keine auslaufenden Verträge, weniger Akzeptanz bei Vereinen Leistungsträger ziehen zu lassen. Und so ist es rein logisch sicher nachzuvollziehen, das man sich am Ende in der Mehrheit beim Partnerverein in Salzburg bediente. Auch wenn eben jene zweifellos geschwächt in die Rückrunde gehen und selbst durchaus hochkarätige Spieler hätten gebrauchen können und sei es nur als Backup für die Stammspieler.

Transfers zwischen Salzburg und Leipzig sind immer ein großes Thema. Natürlich werden einige Leipzig Fans denken "Das ist doch völlig normal das man die Möglichkeit nutzt", doch so einfach ist es nicht. Internationale Transfers fallen nicht nur unter die Fifa Regeln, der europäische Wettbewerb und somit auch solche Transfers, sind vor allem ein Thema der UEFA. Diese muss sich seit längeren mit jeder Menge Geldgebern rumschlagen. Sicherlich ist man diesen nicht generell abgeneigt, muss aber mehr und mehr verhindern das Einflüsse den Wettbewerb schädigen.

Wir haben in Europa sicherlich viele Vereine, die finanzielle Schwergewichte sind und hinter denen Geldgeber stehen, die wesentlich mehr Geld investieren, als dies Red Bull bisher tut. Doch nutzt niemand ein solches Vereinsnetzwerk. Transferiert man einmal einen Jugendspieler von oder nach Liefering wird das kaum jemanden stören. Holt man hin und wieder mal einen Spieler von Salzburg kann das sicher verkraftet werden, man sollte jedoch die Vorteile, die sich daraus ergeben, nicht zwangsläufig übertreiben.

In solchen Transferphasen wie diesen Winter kann man sicher sein, das mehr als einer bei der UEFA das Geschehen betrachtet und mit den Zähnen knirscht. Es ist als würde man vor ihnen rumspringen und laut rufen "Ihr habt doch keine Regel dagegen". Dies muss aber kein Dauerzustand sein. Was interessiert uns die UEFA? Müssen wir uns darum kümmern was für einen Eindruck dort entsteht?

Ja, das müssen wir. Irgendwann, und das kann sehr schnell gehen, stehen die Vereinsverantwortlichen vor den Entscheidern dort und wollen eine Spielberechtigung für einen internationalen Wettbewerb. Und da Red Bull schon mit Salzburg dort vertreten ist, muss man diesen dann darlegen das Leipzig ein völlig autonomer Verein ist. Wie schon bei der DFL dürfte man im Verein und Österreich mittlerweile wissen das es zu wenig ist, sich nur auf die geschriebenen Bestimmungen zu berufen. Überzeugt man die Personen nicht, sind Regeln oder Zulassungsbedingungen schnell auch einmal geändert.

Und ein Scheitern dieser Überzeugungsarbeit könnte gravierende Folgen haben. Zuerst wäre einer der Vereine natürlich auch dem internationalen Wettbewerb ausgeschlossen. Des weiteren würde man die Tür für Regelungen gegen Investoren treffen, die keinen anderen Verein negativ beeinflussen. Also genau die Art, die sehr schnell und einfach durch die Gremien geht und trotzdem eine hohe Außenwirkung im Kampf der UEFA um die Integrität ihrer Wettbewerbe hätte.

Eine Winterpause wie diese ist sicher allein verkraftbar, aber man sollte definitiv nicht allzu oft mit dem Feuer spielen, sonst verbrennt man sich am Ende noch schwer.

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