Symbiose

Montag, 6. Januar 2014

Um RB Leipzig ranken sich seit jeher die verschiedensten Mythen und Betrachtungsweisen. Ein viel diskutiertes Thema ist dabei die Frage der Dominanz des Sponsors Red Bull.

Dabei sind viele Außenstehende oft irritiert, wenn Sie zum Beispiel auf Bestrebungen wie den Rasenballismus treffen, der Leipzig in den Fokus des Geschehens rückt oder auch wenn Sie selbstironischen Texten begegnen, die im Fanblock gesungen werden.

Doch wie steht es denn nun mit der Dominanz von Red Bull oder wie passt das in das von Kritikern gern verwendete "RB Leipzig ist Red Bull" Schema?

Dazu muss man zuerst einmal bedenken, das bei Rasenballsport Leipzig viele Gruppen von Menschen zusammenkommen. Leipzig ist seit jeher eine fußballbegeisterte Stadt. Dies reicht bis zu den Ursprüngen zurück und wie alle wissen, kommt sogar der erste deutsche Meister aus der Heldenstadt (1903 VfB Leipzig).

Diese Fußballbegeisterung trifft nun auf den im Sportinvestment schon recht versierten Konzern Red Bull, der sich in den deutschen Fußball wagt, welcher wiederum für Investoren als eine der schwersten Bühnen überhaupt gilt. Reibungspunkte würde man meinen, Möglichkeiten würde ich darauf antworten. Denn genauso wie die Fußballfans von der Professionalität des Red Bull Konzerns profitieren, profitiert dieser von den Erfahrungen der Fans.

Auch Fans denen es wichtig ist, ihre Stadt primär zu vertreten sind keine Kommerzkritiker oder gar Antis genauso wie Fans, die die Red Bull Philosophie für sich vertreten nicht automatisch minder an traditionelleren Identifikationsmerkmalen interessiert sind.

Bleibt die Frage für Außenstehende wie dies nun zusammenläuft. Jedenfalls nicht als Assimilation, wie weithin ängstlich gemeint wird. Es ist eher eine Art Symbiose bei dem jeder von jedem profitiert. Im jungen Verein Rasenballsport Leipzig ist vieles im beständigen Wandel und dies wird auch noch lang so bleiben. Die Anhängerschaft wächst rasant und mit dieser und dem sportlichen Aufstieg werden sich viele neue Anforderungen ergeben. Anforderungen bei denen man nicht sagen kann "damals war das so". Denn ein damals existiert in der kurzen Vereinsgeschichte noch kaum. Diesen Erfahrungsschatz kann man nur aufbauen und über den Fans generieren.

Dabei hat sich auch schon das Vorgehen beim Sponsor Red Bull geändert. Versuchte man es in den Anfangsjahren bei Salzburg und kurz auch in Leipzig noch sportlich mit der Brechstange, ist man nun bestrebt möglichst viele der Tugenden einfließen zu lassen, die man selbst verkörpern möchte. Dazu zählt sicher die Jugendförderung, der Willen eine hohe Familienfreundlichkeit zu schaffen, sowie den Anspruch nicht nur erfolgreichen, sondern auch dynamischen und ansehnlichen Fußball zu verkörpern.

Wenn man in vielen Jahren das Buch mit der Vereinsgeschichte aufschlägt wird man sehen, das diese Tugenden immer Teil von Rasenballsport Leipzig waren, da Red Bull damit natürlich auch die frühe Entwicklung des Vereins prägt, aber man wird genauso feststellen das andere Bestrebungen, wie die starke Identifikation vieler mit ihrer Stadt, ihren sichtbaren Stempel aufgedrückt haben.

Und dies macht sicher auch einen großen Reiz in Leipzig aus. Gibt es im Umfeld alter Vereine fast immer sehr traditionelle, weil auch lang bewährte Verfahrensweisen, sind diese in Leipzig noch allesamt sehr formbar. Es wird sicher auch mal Reibungspunkte geben, heftigere Diskussionen und völlig unterschiedliche Standpunkte, das ist normal. Aber genau dieses ermöglicht es erst das der Verein einen einzigartigen Charakter enthält.

Bleibt somit nur noch der Hinweis an Interessierte. Sollte euch mal wieder jemand online oder des Nachts am Lagerfeuer Gruselgeschichten vom allmächtigen Investor Red Bull erzählen, lächelt und denkt euch euren Teil.

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