Borussia Dortmund II - RB Leipzig

Montag, 14. April 2014

Es gibt Spiele da erkennt man schon früh wie sich der Spielverlauf entwickeln wird und bei anderen ähnelt der Spielverlauf eher einer Achterbahnfahrt.

So passiert gegen den Dortmunder Nachwuchs. Eigentlich traf man genau auf das was man erwarten konnte. Eine hochmotivierte junge Truppe, top ausgebildet, mit ein paar großen Talenten gespickt und natürlich auf die Leipziger Spielweise eingestellt.

Kommen wir vorerst zum sportlichen Verlauf. Die Taktik der Dormunder war schon sehr früh klar. Mit langen Bällen sollte möglichst das Mittelfeld überwunden und die eigenen, brandgefährlichen Offensivkräfte, wie Marvin Ducksch in Szene gesetzt werden. Wie zuerwarten war Leipzig zu Beginn jedoch darauf vorbereitet und man machte die Offensivversuche schnell zu nichte.
In der 18. Minute dann das fast schon zu erwartende. Poulsen stark wie immer geht außen durch, gibt einen fast perfekten Ball nach innen wo Frahn lauert und keine Probleme hat den Ball zu versenken, 1:0.

Nächste erwähnenswerte Situation in der 32. Minute. Ein Freistoß der Dortmunder landet im Strafraum, kurzes Gewusel, Coltorti geht raus und versucht den Ball zu bekommen, doch die schwarz gelben versenken den Ball im Tor.

Zur Auflösung der im Nachhinein viel diskutierten Stelle. Dieses Tor Coltorti anzulasten, wie von einigen geschehen, ist eine ziemliche Fehlinterpretation der Lage. Denn eher war es ein kollektives Versagen der Hintermannschaft. 3 Leipziger sichern bei Ausführung des Freistoßes den mittigen Raum um den Torschützen Treude. Auf der rechten Seite (von Dortmunder Position aus gesehen) ergibt sich auch einer 3:3 Situation eine 2:1 für Dortmund, die die Nachwuchsrecken für sich entscheiden. Coltorti kommt heraus, um den sich ergebenden Platz für die 2 Dortmunder zu sichern und dem Ball im Idealfall zu greifen. Dies wäre im Normalfall auch die Klärung gewesen. Wenn die 3 mittleren Spieler nicht allesamt nur Augen zum Ball gehabt hätten und Treude dadurch mittlerweile völlig unbedrängt zum Schuß kommt.

Und man brauchte nicht lang auf die nächste Szene zu warten, die für Diskussionsstoff sorgen sollte. 36. Minute. Ballverlust der Leipziger, Dortmund geht schnell, wechselt mit langer Flanke die Seiten, Sebastian sieht ganz schlecht gegen seinen Gegenspieler aus, Harder bekommt den Ball und Coltorti rutscht dieser auch noch durch, 2:1.

Auch hier die Auflösung. Trotz des Blackouts von Sebastian und des nicht sicheren Tormanns von Rasenballsport, stellt sich auch hier die Frage viel früher. Harder gibt wenige Sekunden vorher den Ball ab, fällt, macht eine kleine Rolle und steht sofort wieder. In diesem Moment hat ihn, wie es scheint, kein einziger Spieler mehr auf dem Schirm denn er bewegt sich völlig frei gen Strafraum und kann den Ball dann auch problemlos annehmen und versenken.

Es ging demnach mit 2:1 in die Pause doch die Drehung des Rückstandes war noch nicht das einzige in diesem verrückten Spiel.

Kurz nach der Pause, 48. Minute. Wieder ein schneller Angriff von Dortmund. Ducksch kocht Sebastian ab, passt auf den völlig freien Harder, Coltorti hält den ersten Schuss, im Nachschuss landet der Ball aber im Tor. Hier gibt es wesentlich weniger zu analysieren. Die Dortmunder ersichtlich wesentlich schneller als ihre Gegenspieler, so das das Tor nur Formsache ist. Kritisieren könnte man das die "Verfolger" von Harder in dem Moment des Zweikampfes von Ducksch und Sebastian einen Moment abschenken, wahrscheinlich hätte es vom Tempo am Ende jedoch auch so nicht gereicht. Am Ende eine simple Situation durch zu langsames Umschaltspiel bei Ballverlust kombiniert mit pfeilschnellen Dortmundern.

3:1 demnach. Dortmund am feiern, in Leipzig verfassten die Internet Nationaltrainer wohl schon die Entwürfe der Krisen Posts bei Facebook und im fernen Darmstadt wurden die teuren Champagner Flaschen aus dem Keller geholt. Etwas früh wie sich herausstellen sollte.

Zorniger brachte derweil Röttger, Jung und Palacios. 80. Minute, Ersterer nimmt sich einfach den Ball tankt sich was schon brasilianisch durch 3-4 Dortmunder und haut den Ball aufs Tor. Der Dortmunder Torwart pariert noch kurz aber zum Nachschuss steht wieder einmal Frahn genau richtig. 3:2.

Dortmund die letzten Minuten ziemlich platt. Das zeigte sich auch wenige Minuten später. Kaiser in Minute 84 mit Platz und Übersicht. Eine lange Flanke auf Heidinger der nicht lang überlegt sondern den Ball einfach mal über Mann und Maus hinweg ins Tor lupft. Ausgleich. Hektische Schlußphase, in der Frahn sogar noch die Chance zum Siegtor hatte.

Es blieb jedoch bei der Punkteteilung.

Zorniger wütete nach dem Spiel das man nicht die Hosen voll haben darf, egal was passiert. Das ist soweit korrekt, ob das nun das ausschlaggebende war darüber könnte man wohl diskutieren.

Alles in allem bleibt jedoch ein Punkt und die Sicherung des zweiten Platzes. Und die Erkenntnis, egal wie aussichtslos eine Situation auf den ersten Blick scheint, das Spiel hat auch im modernen Fußball mindestens 90 Minuten.




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