Kommentar: Der Nachhall

Montag, 21. April 2014

Ein paar Tage sind vergangen seit dem Chaos um die abgesagte Choreo und man wundert sich beim lesen vieler Kommentare schon über die Richtung der Diskussion. Erstaunlich dabei ist vor allem, das sich die Hauptdiskussion sehr auf den allerletzten Teil des Durcheinanders bezieht, die Frage ob man die Choreo hätte ändern können oder nicht. Dabei schießt man sich wie üblich dann auf jene ein die gerade ins Bild passen.

Nun, wenn es wirklich am Ende nur um das Thema gehen würde, ob ein Motiv nun gesellschaftsfähig ist, wäre dem ganzen wohl weit aus weniger Bedeutung zugekommen. Wenn "nur" eine Gruppe sich mit dem Verein nicht einig geworden wäre das wohl ebenso.

Dafür das dies scheinbar das momentane öffentliche Kredo ist, sollten die Vereinsverantwortlichen wohl ihrem Glück danken, denn als viel mehr als Glück kann man dies nicht bezeichnen.

Man sollte sich vor Augen führen, das vor der letztendlichen Aufregung um einen Kompromissvorschlag, der ob nun nicht umsetzbar oder nicht gewollt, scheiterte, eine durchaus Breite Front dafür war, ein klares Statement im Spiel gegen den Umgang des Vereins in dieser Thematik zu setzen. Im Endeffekt scheiterte dies wohl nicht einmal direkt an der Nichtumsetzung des Kompromisses, sondern eher an der Kommunikation zu einer Nichtumsetzbarkeit. Das sicher danach auch die Situation genutzt wurde um schwelende Konflikte untereinander neu anzufeuern, ist natürlich ein zusätzlicher Faktor.

Trotzdem war es sogar nach der Absage der Choreo Macher so, das noch einige Ideen über andere Statements beim Spiel außerhalb eines Supportboykotts kursierten. Auch hier hatte der Verein wiederum Glück, das die Fronten wohl zu verhärtet waren um sich zu einigen (ich unterstelle jetzt mal nicht das man auf so etwas spekuliert).

Das dies alles keine Lappalie war dürfte sich auch aus den Argumentationsmerkmalen ergeben. Arroganz, Hinhaltetaktiken, Zensur und Bestechung, alles das fand sich in der Diskussion wieder.

Womit wir wieder beim oben genannten Glück wären. Denn nicht nur das der Verein Glück hatte das die Einigkeit an Kommunikationsproblemen und sicher auch Problemen untereinander so kurz vorher zerbrach, sie hatten zudem Glück das man sich auf Fanseite auch zu keinem Kompromiss einigte, man hatte Glück mit dem Verlauf der Diskussionen um das Thema und durch den Siegestaumel nach dem Spitzenspiel und den Feiertagen kamen auch danach kaum negative Stimmung auf.

Wären nur ein paar wenige Dinge im Vorfeld anders verlaufen, hätte man ein Spiel mit riesiger Medienpräsenz gehabt, bei dem der Red Bull Chef live und auf den ersten Blick sieht, das da mächtig was daneben gegangen sein muss. Ich kenne ihn persönlich nicht, aber wer solchen Erfolg hat, ist normalerweise niemand der solches einfach ignorieren würde.

Man kann nur hoffen das der Verein die sicher immer noch großen Bedenken, vor allem zu zu restriktiver Beeinflussung zerstreuen kann und auch über eigene Fehler nachdenkt. Die Fanbase wird während wir sportlich klettern nicht kleiner. Eher wird sie noch wesentlich wachsen, da wäre es fahrlässig sich solche Probleme allzu oft zu leisten.

Ich habe lang überlegt, ob ich auch noch Absätze zu den aktuellen Problemen mit einigen Entwicklungen schreiben sollte, die man vielleicht unter Jugendkultur einordnen kann. Dieses Thema allumfassend zu behandeln, würde aber dächte ich jeglichen Umfang sprengen, deswegen nur so viel. In den Fans von Fußballvereinen spiegelt sich immer auch der jeweilige Zeitgeist wieder und gerade eine höhere Emotionalität zu einigen Themen dürfte bei Fangruppierungen in diesem Bereich sicher höher sein. Trotzdem muss man auch diese mit ins Boot holen und gerade wenn man einen Fokus auf einen Familienverein setzt, kommt man um die Integration der jeweiligen Jugendelemente nicht umhin. Schließlich kommen die Kinder die sich so nett auf den Fotos machen auch mal in das Alter wo Sie nicht mehr ganz so "pflegeleicht" sind.

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