Kommentar: 0014 - Die Lizenz zum....Fußball spielen!

Donnerstag, 8. Mai 2014

Viel wird heute geschrieben über Rasenballsport Leipzig. Von Krieg zwischen Red Bull und der DFL ist die Rede, von Klageandrohungen und sonstigen Nettigkeiten.

Natürlich will jeder Pressevertreter bei diesem Thema mitmischen, jedes Forum darüber diskutieren und in den sozialen Netzwerken schießen die Diskussionen und Beiträge wie Pilze aus den Boden.

Sicher könnte man jetzt auf die DFL schimpfen und nach Gerechtigkeit rufen, viel mehr verwundert mich das Thema Lizenz mit fortschreitender Zeit jedoch eher. Hält man einmal inne, schluckt sämtliche vordergründigen Emotionen herunter und betrachtet das Thema einmal komplett wirkt, das ganze im Mindesten kurios, wenn nicht gar obskur.

Bedenken wir zuerst einmal den Rahmen des ganzen. Da ist auf der einen Seite der Verein mit seinem Großsponsor Red Bull. Dieser, vielleicht noch nicht so erfahren im deutschen Fußball, jedoch ansonsten im Sportmanagement auf der ganzen Welt. Nicht zuletzt notwendigerweise auch erfahren in komplexen juristischen Feinheiten der Länder, ausgerüstet mit einer Horde sicher sehr gut bezahlter Juristen.
Auf der anderen Seite die DFL, Dreh und Angelpunkt im Spitzenfußball einer der wohl erfolgreichsten Fußball Länder der Welt. Eine Gesellschaft, die sicherlich in den letzten Jahren viel Kopfzerbrechen hinsichtlich dem Einstieg von Investoren hatte und auch immer wieder Reibungspunkte mit den vorhandenen klären müsste.

Diese zwei Seiten haben nun spätestens seit dem Aufstieg von Leipzig in die 3. Liga das Szenario Zweitligalizenz vor Augen. Selbst wenn man davon ausgeht, das vorher keine Kontakte darüber bestanden, 1 Jahr ist lang. Nun scheinen diese beiden trotz ihrer Erfahrungen scheinbar das ganze Jahr entweder nicht über die Lizenz gesprochen zu haben oder haben sich massiv missverstanden. Anders wäre es nämlich nicht zu erklären, das erst am Tag der Lizenzvergabe Auflagen und Bedingungen ausgetauscht werden.
Nehmen wir diesen Fall der seltsamen Fahrlässigkeit einmal als gegeben hin.

Nun wissen wir aus einer populären Sportzeitschrift das sich die Reibungspunkte wohl auf 3 Dinge spezialisieren sollen. Das Logo, den Mitgliederbeitrag und die Entscheider in den Positionen. Dabei scheint die DFL keinerlei offensichtliche Rechtsgrundlage für diese Forderungen zu haben. Nun sollte man sich an dieser Stelle vor Augen führen das der Lizenzvergabe funktioniert. Ein Lizenzmanager prüft zuerst die Vollständigkeit der Unterlagen und klärt Unklarheiten mit dem jeweiligen Verein. Danach werden die Unterlagen in Bereiche aufgeteilt (Infrastruktur, Finanzen etc), dabei ist auch eine rechtliche Prüfung durch Rechtsexperten. Aus den ganzen Ergebnissen ergehen dann Empfehlungen über den Lizenzmanager an die Geschäftsführung, die entscheidet. Nun müssen wir anhand der Dinge, die wir aus der Presse wissen, annehmen, das diese Empfehlungen in Auflagen und Bedingungen endeten die sich in keiner der Lizenzbestimmungen wiederzufinden sind und scheinbar keinerlei Rechtsgrundlage haben, obwohl Sie von Experten erarbeitet wurden, die genau dies sicherstellen sollten.

Setzen wir auch dies als gegeben voraus, entsteht natürlich durchaus ein Konflikt der uns unweigerlich zu den heutigen Ereignissen bringt. Heute taucht nun, nach der logischen Ablehnung des ersten Einspruchs ein Interview des Red Bull Gründers auf. Jemand der extrem selten als Interviewpartner zur Verfügung steht und sich wenn durchaus verschlossen gegenüber Details gibt, zieht dort in einem laufenden Verfahren gegen die Gegenseite, in dem Fall die DFL, sprichwörtlich vom Leder und zeigt sich keinen Zentimeter kompromissbereit. Die ganze Welt scheint den Atem anzuhalten. Nicht verwunderlich, gilt es bei Red Bull eigentlich seit jeher, egal wie tief die Konflikte waren, nicht die kleinste aller kleinen Miniinfos herauszugeben, bevor etwas spruchreif ist.

Getoppt wurde dies am Ende nur noch von der Sky Meldung, das man nun gegen alle Auflagen und Bedingungen, quasi als "alles oder nichts" Version, fernab jeglicher früherer Firmenpolitik in den juristischen Krieg gegen die DFL zieht, die ihrerseits sofort sämtliche öffentliche Kommunikation bis zum Entscheidungstag einstellt.

Würde man die Ereignisse so sehen, wäre alles schief gegangen was schief gehen konnte. Alle Seiten wären in jedes mögliche Fettnäpfchen getreten und hätten Professionalität an einigen Stellen sicher mehr als vermissen lassen. Es ist sicher eine Interpretation der Ereignisse, gegen die man nichts sagen kann.

Vielleicht sollte man aber auch noch weiteres einbeziehen. Man sollte bedenken, das die Lizensierung von RB Leipzig ein ziemlich heißes Eisen ist. Egal wie die Lizenzerteilung ausgefallen wäre, es hätte wohl nur Verlierer gegeben. Die DFL als Verfechter gegen die Investoren mit schweren Imageverlust, Red Bull als Paradebeispiel für all jenes, was die deutschen Fußballvertreter nach eigenen Bekunden nicht wollen und mit schweren Stand bei allen zukünftigen Schritten.  Seltsamerweise ergibt sich durch die Eskalation auch eine Situation, in der sich völlig neue Möglichkeiten auf tun. Im Prinzip bräuchte man nach den harten Geschützen die aufgefahren werden, am Ende nur noch einen Sündenbock für irgendeinen Kompromiss.

Natürlich gibt es keinerlei handfeste Hinweise auf einen Kompromiss, womit man das oben stehende Fazit, was sicher viele ziehen, keinem verdenken kann.

Vielleicht bin ich auch einfach nur zu skeptisch, wenn es um Unsummen geht, wenn Ereignisse große sportpolitische und einschneidende Folgen haben könnten und wenn öffentliche Bewertungen eben jener Ereignisse noch auf Jahre Konsequenzen hätten.

Keine Kommentare :

Kommentar posten